Aktuelles

Modellprojekt "Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge" startet an 21 Berufsschulen - Staatssekretär Georg Eisenreich bei Auftakt

Geschrieben von Super User

Staatssekretär Georg Eisenreich, vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und Geschäftsführer Klaus Beier von der Agentur für Arbeit: Wichtige Impulse für Berufsvorbereitung und Ausbildung jugendlicher Asylbewerber

LANDSHUT/MÜNCHEN. An 21 bayerischen Berufsschulen startet zum Schuljahr 2015/16 das Modellprojekt "Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge", das die Stiftung Bildungspakt Bayern zusammen mit dem Bayerischen Bildungsministerium und der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft e. V. ins Leben gerufen hat.Ziel ist, die engagierte Arbeit der bayerischen Berufsschulen zu unterstützen und zu optimieren.
"An unseren Berufsschulen wollen wir die jungen Flüchtlinge und Asylbewerber, die nach Bayern kommen und eine Bleibeperspektive haben, bestmöglich fördern. Wir haben für sie daher besondere Klassen eingerichtet. In diesen lernen sie über zwei Jahre hinweg Deutsch und erhalten einen Einblick in die Berufswelt. Diese Berufsintegrationsklassen finden bundesweit Beachtung", sagte Bildungsstaatssekretär Eisenreich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildungspakt Bayern, heute bei der offiziellen Auftaktveranstaltung des Modellprojekts in Landshut. "Ich freue mich, dass wir nun zusätzlich zu dem bereits bestehenden Programm den Startschuss für das Modellprojekt ,Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge' an 21 Berufsschulen geben können. Mit den Erkenntnissen, die wir aus dem Modellprojekt gewinnen, werden wir die jungen Menschen in Zukunft noch gezielter unterstützen können."

Momentan werden jugendliche Asylbewerber und Flüchtlinge im Freistaat in rund 440 Berufsintegrationsklassen an etwa 95 Berufsschulstandorten zwei Jahre lang auf das Berufsleben vorbereitet - zu Beginn des vergangenen Schuljahres waren es etwa 180 Klassen gewesen. Ein Ziel des neuen Modellprojekts ist es, bestehende Unterrichtskonzepte für diese jungen Menschen passgenau weiterzuentwickeln und zu erproben. Dadurch sollen die Jugendlichen noch besser auf einen erfolgreichen Übergang in eine duale Ausbildung oder den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw), die das Projekt als Exklusivsponsor unterstützt, erläuterte: "Die Bewältigung des Flüchtlingsstroms ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der die Wirtschaft ihren Teil beitragen will. Die Integration von Flüchtlingen mit Bleibechancen in den Arbeitsmarkt muss auf Basis realistischer Erwartungen erfolgen. Bildung und Spracherwerb sind dafür zentrale Voraussetzungen. Die Berufsschulen bereiten junge berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge auf eine Ausbildung vor. Deshalb setzt unser Projekt hier an. Je besser die Sprachförderung, je besser die auf die Zielgruppe zugeschnittene Berufsorientierung, desto eher gelingt die Eingliederung in den Ausbildungsmarkt. Mit dem Projekt werden wir Erkenntnisse erlangen, die die Basis für die erfolgreiche Ausbildungsmarktintegration von Asylbewerbern mit hohen Bleibechancen bieten."

Teilprojekt "Berufliches Übergangsjahr"
An vier der 21 Modellschulen wird in Zusammenarbeit mit der Regionaldirektion Bayern der Agentur für Arbeit im Rahmen des Teilprojekts "Berufliches Übergangsjahr" je eine zusätzliche Klasse eingerichtet. Dabei wird das Ziel verfolgt, bei der Vorbereitung der jungen Flüchtlinge und Asylbewerber auf einen erfolgreichen Übergang in eine duale Ausbildung oder den ersten Arbeitsmarkt auch die Kompetenz der Agentur für Arbeit im Bereich der Berufsorientierung und -vorbereitung zu nutzen. Klaus Beier, Geschäftsführer der Regionaldirektion Bayern, sagte: "Um die jungen Menschen, die eine Bleibeperspektive haben, hier in Bayern rasch in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu integrieren, braucht es gleich zu Beginn die richtige Unterstützung. Mit dem ‚Beruflichen Übergangsjahr' wollen wir gemeinsam mit dem Bayerischen Kultusministerium eine starke Brücke in Ausbildung und Arbeit bauen. Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem Modellprojekt bayernweite Lösungsansätze entwickeln, wie
Schulbehörden und Arbeitsverwaltung Hand in Hand den Übergang von der Berufsschule in die duale Ausbildung bestmöglich organisieren können".

Ein wissenschaftlicher Beirat begleitet das Modellprojekt "Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge" mit seiner Expertise, insbesondere im Hinblick auf berufspädagogische Gesichtspunkte, Spracherwerb sowie interkulturelle und psychologische Aspekte. Erkenntnisse aus dem Projekt werden während der gesamten Laufzeit des Modellprojekts kontinuierlich an Schulen und Lehrkräfte weitergegeben und fließen in deren Arbeit vor Ort ein. Das Modellprojekt ist auf vier Schuljahre angelegt.

Folgende 21 Schulen nehmen am Modellprojekt "Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge" teil:

Oberbayern:
- Staatliche Berufsschule I Rosenheim
- Staatliche Berufsschule Altötting
- Staatliche Berufsschule Weilheim i. OB
- Staatliche Berufsschule Eichstätt
- Staatliche Berufsschule Dachau
- Städt. Berufsschule zur Berufsvorbereitung am Bogenhauser Kirchplatz München

Niederbayern:
- Staatliche Berufsschule Kelheim
- Staatliche Berufsschule Vilshofen a. d. Donau

Oberpfalz:
- Staatliche Berufsschule Schwandorf
- Staatliche Berufsschule Weiden i. d. Opf.

Oberfranken:
- Johann-Vießmann-Schule, Staatl. Berufsschule Hof - Stadt und Land
- Lorenz-Kaim-Schule, Staatl. Berufsschule Kronach

Mittelfranken:
- Staatliche Berufsschule II Ansbach
- Staatliche Berufsschule Erlangen
- Städt. Berufsschule 5 Nürnberg (Körperpflege, Textil/Bekleidung, Floristen, JoA, Berufsvorb.)
- Städt. Berufsschule 11 Nürnberg für Bau-, Maler- und Holzberufe

Unterfranken:
- Staatl. Berufsschule I Aschaffenburg
- Franz-Oberthür-Schule Würzburg, Städt. Berufsschule I

Schwaben:
- Staatliche Berufsschule Höchstädt a. d. Donau
- Staatliche Berufsschule Mindelheim
- Staatliche Berufsschule Immenstadt i. Allgäu

Sportunterricht an beruflichen Schulen: VLB künftig Mitglied im Bayerischen Aktionsbündnis für den Schulsport

Geschrieben von Dr. Thomas Oschmann

Das Bayerische Aktionsbündnis für den Schulsport e. V. - was ist das überhaupt?
Das Bayerische Aktionsbündnis für den Schulsport ist ein Verein, der sich aus Mitgliedern wichtiger Institutionen und Verbänden in Bayern, wie zum Beispiel Krankenkassen, Kinder- und Sportärzteverbänden, Eltern- und Schülervertretern, Arbeitskreisen der bayerischen Sportuniversitäten, Sportlehrerverbänden, dem Olympiastützpunkt München sowie vielleicht dem Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V. zusammensetzt.
Sie alle sprechen sich für die Notwendigkeit des Schulsports aus, setzen sich für dessen Weiterentwicklung ein und kämpfen gemeinsam mit dem Bayerischen Landessportverband e.V. und den bayerischen Landesuniversitäten um die Verbesserung der derzeitigen Schulsportsituation.

Schulsport ist unverzichtbar
Die Mitglieder des Vereins wollen durch gemeinsames Engagement erreichen, dass vor allem auch die Eltern die Notwendigkeit und die Unverzichtbarkeit von ausreichendem Schulsport für ihre Kinder erkennen. Nur wenn die Eltern, unterstützt durch die Ärzteschaft und weiteren Interessenvertretungen, mehr Bewegung, Spiel und Sport gegenüber den Politikern einfordern, kann eine Verbesserung der derzeitigen Schulsportsituation an unseren Schulen erwartet werden.
Auch die Schülerinnen und Schüler müssen ihrerseits in jeder Hinsicht einen besseren Schulsport wollen und fordern, damit sie in der Schule die Qualifikation für lebenslanges Sporttreiben erhalten. Nur so kann durch Prävention den zunehmenden Bewegungsmangelerkrankungen begegnet werden und hohe Gesundheits- und Rehabilitationskosten in der Zukunft vermieden werden.

Sport ist einziges Bewegungsfach
Das Fach Sport ist das einzige Bewegungsfach in der Schule. Mit den vielfältigen Möglichkeiten der Bewegung und den Erlebnissen in der Gruppe hat der Sportunterricht einen unersetzbaren Wert für die Gesundheit und den Erwerb sozialer Kompetenzen, wie zum Beispiel Teamfähigkeit, Toleranz, Kooperationsbereitschaft und Fairness.
Unbestritten fördert regelmäßige Bewegung die geistige Entwicklung und verbessert die Lernleistungen in den kognitiven Schulfächern.

Hoher Ausfall an Sportstunden in allen Schulen
Um den Schulsport in Bayern ist es derzeit schlecht bestellt. Aufgrund von Sparmaßnahmen werden im Lehrplan des 8-jährigen Gymnasiums nur noch 2,5 Wochenstunden (von früher 4 Wochenstunden) Sport angeboten. Der differenzierte Sportunterricht mit seinem vielfältigen Sportartenangebot für lebenslanges Sporttreiben verschwindet zukünftig ganz aus den Stundentafeln des Gymnasiums. In den anderen Schularten sieht es nicht besser aus. An Bayerns Hauptschulen werden im Durchschnitt statt 4 nur 2,55, an den Realschulen nur 2,22 Wochenstunden Sport angeboten. An den Berufsschulen wurde bei mehreren Ausbildungsberufen der Sport gänzlich herausgestrichen.
Mit diesem Status quo befindet sich Bayern im bundesweiten Vergleich beim Unterrichtsfach Sport an letzter Stelle.

Zielsetzungen des Aktionsbündnisses für Schulsport
>    Erzeugung politischen Drucks zur Verbesserung der momentanen Schulsportsituation.
>    Überzeugung von Schüler und Eltern von der Notwendigkeit des Sports und vom Schulfach Sport.
>    Aufklärung der Öffentlichkeit über die Situation des Schulsports und die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für die Gesamtentwicklung der Kinder und Jugendlichen.
>    Sponsorengewinnung und Anlegen eines Finanzpools durch die einzelnen Mitglieder als Grundlage jeglicher Maßnahmenplanung.

Weiterführende Handlungsempfehlungen
Weiterführend lassen sich aufgrund abgeschlossener und laufender sportpädagogischer Untersuchungen in diese Richtung Handlungsempfehlungen aussprechen.

Mit Blick auf die programmatischen Grundlagen des Schulsports im gesamten Bundesgebiet:
In der neuen Lehrplangeneration herrscht hinsichtlich der Bezeichnung der Unterrichtsinhalte (Bewegungsfelder) gegenwärtig „föderale Verwirrung“. Durch Vereinbarungen zu einer vereinheitlichten Terminologie – ggf. im Rahmen der Kultusministerkonferenz – könnte dieses Problem künftig vermieden werden. Die KMK-Empfehlung zum Sport an beruflichen Schulen ist hier ein Impuls in die richtige Richtung.
Das übergeordnete Erziehungsziel des Doppelauftrages – Bewegungsbildung im Horizont allgemeiner und beruflicher Bildung – bedingt eine Öffnung des Inhaltsspektrums. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, auf welche Weise ein Identitätskern des Unterrichtsfachs Sport bewahrt werden kann. Hier sollten die Schnittstellen zur aktuellen erziehungswissenschaftlichen Diskussion genutzt werden, um bildungstheoretisch reflektierte Standards – Bildungsstandards – zu entwickeln.
Hinsichtlich der Unterrichtsgestaltung werden in der aktuellen Lehrplangeneration eines erziehenden Sportunterrichts – zumindest implizit – nicht nur neue, sondern auch sehr hohe pädagogische Ansprüche an die Unterrichtskompetenz der Sportlehrerschaft gestellt. Dies lässt die Befürchtung aufkommen, dass ohne konkrete Hinweise zur Gestaltung eines Erziehenden Sportunterrichts der Doppelauftrag in der praktischen Umsetzung einer „Vermittlungslücke“ zum Opfer fallen wird. Hier sind verstärkte Anstrengungen der sportpädagogischen Unterrichtsforschung dringend erforderlich, die ebenso dringend der finanziellen Unterstützung von Seiten der Bildungspolitik in Form von Forschungsgeldern bedürfen. Der Auftrag des Sportunterrichts an beruflichen Schulen – Erziehung zum Sport und Erziehung durch Sport muss durch intensive dezentrale Fortbildungsangebote mit praktischem Leben und Erleben gefüllt werden!
Daran anschließend sind die universitären Sportinstitute, ebenso wie die Kultusministerien, Bezirksregierungen und Staatlichen Schulämter aufgerufen, flächendeckende Fortbildungsmaßnahmen zur inhaltlichen und methodischen Gestaltung eines Erziehenden Sportunterrichts durchzuführen.

Mit Blick auf die Rahmenbedingungen des Schulsports:
a) Sportstätten
Investitionen in Schulsportstätten sind notwendig und dürfen nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden.
Soll das bildungs- bzw. schulpolitische Programm der Ganztagsbetreuung erfolgreich umgesetzt werden, sind Sportstättennutzungsgebühren für freiwillige und kooperative Schulsportangebote zu reduzieren bzw. zu modifizieren. Bei der Schließung von Schulen in Regionen mit stark rückläufigen Schülerzahlen sollte die Sportstättenversorgung von Schulen unbedingt als Kriterium in die Entscheidungsfindung eingehen.
Der organisierte Sport sollte eine umfassende Bäderpolitik starten, die insbesondere auch auf die hinreichende Versorgung von Schulen mit Schwimmsportstätten abzielt.

b) Umfang des Sportunterrichts,
Qualifikation der Sportlehrer
Es muss sichergestellt sein, dass der Sportunterricht zumindest im vereinbarten und in den meisten Lehrplänen verankerten Umfang erteilt wird. Dies gilt für alle Schularten und Jahrgangsstufen, vor allem für die Berufsschulen.
In den Grundschulen ist die tägliche Spiel- und Bewegungszeit anzustreben.
Für Sportlehrer sind „schöpferische Phasen“ vorzusehen. Dabei sind die Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen im Interesse eines zeitgemäßen Sportunterrichts an die Veränderungen der Bewegungswelten der Heranwachsenden anzupassen.
Der Anteil des fachfremd erteilten Sportunterrichts sollte reduziert werden. Dies gilt zum einen für den Grund- und Hauptschulbereich, zum anderen insbesondere für den beruflichen Bildungsbereich.
Herrscht in der Grundschule das Klassenlehrerprinzip vor, so ist in der ersten Phase der Lehrerausbildung und/oder durch Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen die notwendige sportfachliche Kompetenz sicherzustellen.
Für die Zielgruppe der fachfremd unterrichtenden Sportlehrer sind zielgruppenadäquate Fortbildungsangebote zu konzipieren. Diese Angebote könnten sich auch an den bereits von der dsj für den Kinder- und Jugendsport initiierten Programmen und Konzepten orientieren.

Mit Blick auf die Gestaltung des Sportunterrichts:
Bei der Festlegung der Ziele und Inhalte des Sportunterrichts sind – entwicklungsgemäß begründet – auch die sportlichen Interessen der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen.
Um die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung zu fördern, müssen sie auch gefordert werden. Die Sportnote darf nicht zur kosmetischen Beigabe degenerieren, sondern sollte in erster Linie – und für Schüler erkennbar – Leistung, Anstrengung und Lernfortschritt bewerten.
Innovative Sportaktivitäten sind verstärkt zu implementieren. Hier bedarf es eines geeigneten Weiterqualifizierungsangebots für Sportlehrer.
Der Stellenwert des Sports innerhalb der Schule ist über positive Anerkennungsverhältnisse zu stärken und zu verbessern. Die Schulleitungen sollten das sportbezogene Engagement von Lehrern und Schülern aktiv unterstützen.
Das Potenzial des Schulsports zur Entwicklung eines positiven Schulklimas ist konsequent zu nutzen. Sport als integraler Bestandteil des Schullebens gehört in jedes Schulprogramm.

Mit Blick auf den außerunterrichtlichen Schulsport:
Das Potenzial des außerunterrichtlichen Schulsports zur Profilierung der Schulen in der Öffentlichkeit ist noch lange nicht ausgeschöpft. Strategisches Wissen zur Entwicklung schulspezifischer Initiativen und Lösungen ist gezielt zu vermitteln.
Das außerunterrichtliche Schulsportangebot darf nicht dazu missbraucht werden, den außerunterrichtlichen Schulsport gegenüber Pflichtsportstunden als Ersatz oder Kompromisslösung zu nutzen.
Für die Organisation und Durchführung von außerunterrichtlichen Sportangeboten ist der zusätzliche Arbeits- und Zeitaufwand der Sportlehrkräfte angemessen zu honorieren. Arbeitszeitregelungsmodelle sind kontraproduktiv: Bayern ist das einzige Bundesland, in dem der Sportunterricht weniger wert ist als andere Unterrichtsfächer, was zum Beispiel die Konsequenz hat, dass Sport als „Lückenfüller“ und als echtes „Nebenfach“ erteilt wird: in einem maximalen Wochenstundenumfang von maximal 4 Stunden, damit das Gesamtstundenmaß nicht erhöht wird.
Im Kontext der strukturellen Maßnahmen zur Schulentwicklung ist dem Sport ein angemessener Stellenwert zuzuschreiben.

Bewegungsfeldorientierte Lehrplangeneration
Eine grundlegende Veränderung der Lehrplaninhalte des Fachs Sport im Sinne einer Erweiterung des Spektrums und einer Anpassung an die bestehende Sport-, Spiel- und Bewegungskultur hat sich schließlich mit der neuen, bewegungsfeldorientierten Lehrplangeneration seit der Jahrtausendwende vollzogen.
In dieser erweiterten bewegungskulturellen Interpretation des Unterrichtsfachs Sport werden Bewegungsaktivitäten, wie zum Beispiel Freies Turnen an Geräten, nicht von vorneherein geringere Bildungspotenziale beigemessen als zum Beispiel dem formgebundenen Turnen oder den großen Sportspielen. Andererseits verlieren die traditionellen Sportarten, bedingt durch die erweiterten Spielräume bei der Auswahl und Interpretation von Unterrichtsinhalten, den Charakter normierter „Bewegungszwangsjacken“.
Die empirisch gesicherte Feststellung, dass die Lehrplanentwicklung – nur in anderen Bundesländern – beim Unterrichtsfach Sport an der Berufsschule die aktuelle sportpädagogische Diskussion berücksichtigt, ist sicherlich ein positiv zu bewertender Befund.
Der aktuelle Lehrplan Sport für die Berufsschulen in Bayern gilt bereits seit September 1984.

Der VLB im Gespräch mit Prof. Dr.-Ing. Glatzel, Universität Bayreuth: Beeindruckend: Kooperation zwischen Universität und Schule

Geschrieben von Max-Peter Neumann/Pankraz Männlein

Zu einem ersten Informationsaustausch mit Prof. Dr.-Ing. Uwe Glatzel, Inhaber des Lehrstuhls für Metallische Werkstoffe an der Universität Bayreuth und dessen Mitarbeiter Dr. -Ing. Florian Scherm trafen sich der Referent für Lehrerbildung, Max-Peter Neumann, und der stellvertretende Landesvorsitzende, Pankraz Männlein, in den Räumlichkeiten der Universität.

Beeindruckend: Kooperation zwischen Universität und Schule
Kern des Gesprächs war ein Kennenlernen des Bayreuther Universitätsschulkonzeptes und ein anschließender Gedankenaustausch darüber. Von der schulischen Seite nahmen die über Lehraufträge in das Bayreuther Universitätsschulkonzept involvierten Kollegen der Staatlichen Berufsschule 1 Bayreuth, Mentor Bernhard Feneis, Seminarlehrer Dieter Schmidt und Schulleiter Dr. Manfred Müller teil.
Hierbei wurden die Strukturen und Besonderheiten des Universitätsschulkonzeptes in Bayreuth erläutert und diskutiert. Insbesondere die enge Kooperation zwischen Universität und Schule beeindruckte und zeigt, welch große Vorteile sich für die Studierenden aus dem Universitätsschulkonzept ergeben.

Überraschend: Fachrichtung Elektrotechnik
Bisher war das Lehramtsstudium für das berufliche Schulwesen an der Universität Bayreuth auf die Fachrichtung Metalltechnik beschränkt. Prof. Glatzel überraschte mit der guten Nachricht, dass voraussichtlich ab dem Wintersemester 2016/2017 ebenfalls die Fachrichtung Elektrotechnik angeboten werden kann. Der VLB begrüßt und unterstützt diese Weiterentwicklung sehr, bietet es doch die Möglichkeit diese technische Fachrichtung dann auch im nördlichen Bayern für das berufliche Lehramt zu studieren. Zudem besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich mehr Interessierte für dieses Mangelfach finden und somit der Lehrernachwuchs besser gesichert ist.
Das Gespräch fand in einer sehr konstruktiven Atmosphäre statt und man war sich einig, den begonnenen Austausch zwischen dem Lehrstuhl und dem VLB noch zu vertiefen.

In einem gesonderten Artikel stellen Manfred Müller und Dieter Schmidt das Bayreuther Universitätsschulkonzeptes detailliert vor. Siehe auch das akzente-spezial in diesem Heft.

"Berufliche Bildung weltweit ein Exportschlager" - Staatssekretär Eisenreich betont Leistung der beruflichen Bildung anlässlich des Bayerischen Tags der Ausbildung 2015

Geschrieben von PM KM

MÜNCHEN. Anlässlich des Bayerischen Tags der Ausbildung 2015 besuchte Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich die Staatliche Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum der Universität München und hob die Leistungen der beruflichen Bildung in Bayern hervor: "Die beruflichen Schulen in Bayern sind das Sprungbrett zu einer qualifizierten Berufstätigkeit." Mit einer dualen Ausbildung oder einer Ausbildung an einer Berufsfachschule gelinge den Absolventen der Einstieg in eine erfolgreiche Berufslaufbahn. Staatssekretär Eisenreich betonte: "Unsere bayerischen Absolventinnen und Absolventen sind auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt. Die berufliche Aus- und Weiterbildung schafft daher für die Jugendlichen attraktive Alternativen zu einem Studium."

Zudem bieten die beruflichen Schulen in Bayern viele schulische Weiterentwicklungsmöglichkeiten - bis hin zur Hochschulreife. Die beruflichen Schulen sind damit Garanten für Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit. "Bayern als Hochtechnologiestandort braucht auch in Zukunft hervorragend qualifizierte Fachkräfte in ausreichender Zahl. Unser System der beruflichen Bildung in Bayern mit seinen hochwertigen Bildungsangeboten leistet hier einen unverzichtbaren Beitrag", so Staatssekretär Eisenreich abschließend.

Julia Lindner, Tel. 089 2186 - 2621

Main Post 20.07.2015 Berufsschulen vor dem Kollaps

Geschrieben von Gisela Rauch Artikel Main Post

WÜRZBURG: Drei Stunden Sport und drei Stunden Deutsch sollten Berufsschüler laut Lehrplan pro Woche haben. In etlichen unterfränkischen Berufsschulen haben die Schüler aber seit Jahren keine Turnhalle mehr von innen gesehen, haben seit Jahren keinen Schulsportplatz mehr betreten – Sport fällt seit Jahren ersatzlos aus. Und auch Deutschstunden fallen immer öfter flach. Der Grund: Lehrermangel.
An der Georg-Schäfer-Berufsschule in Schweinfurt zum Beispiel kann mit den vorhandenen Lehrkräften nur 80 Prozent des Unterrichtsbedarfs gedeckt werden – und das, obwohl dort viele der 45 Pädagogen schon seit Jahren mehr Stunden arbeiten als vorgesehen. Dies berichtet der Leiter der Schule, Helmut Mundel. „Und weil es im Zweifelsfall halt wichtiger ist, dass der Heizungstechniker die Heizung korrekt einstellen kann und weniger wichtig, dass er einen Geschäftsbrief schreiben kann, genießen bei uns die praxisrelevanten Fächer den Vorzug.“

Wie viele Lehrer mehr braucht Mundel, um den Unterrichtsbedarf zur Gänze zu decken? „Fünf oder sechs. Aber die kriege ich nicht.“ Erstens gebe es sie auf dem Markt nicht; insbesondere Leute, die Metall oder Elektrotechnik unterrichten könnten, seien rar. Zweitens bekomme er vom Staat nur unzureichend neue Lehrerstellen für seine rund 2000 Schüler. „Selbst wenn ich jetzt einen Germanisten an der Hand hätte, der Deutsch geben könnte – ich dürfte ihn ja nicht einstellen.“ Laut dem Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern haben Unterfrankens staatliche Berufsschulen fürs neue Schuljahr 36 neue Stellen angefordert. Nur 13 davon seien aber vom Kultusministerium bewilligt worden. „Das hat zur Folge, dass weiterer Pflichtunterricht ausfallen muss“, prognostiziert der Verband.

Den Ausfall von Pflichtunterricht ist Kurt Haßfurter schon gewohnt. Er leitet die Staatliche Jakob-Preh-Berufsschule in Bad Neustadt, die derzeit nur 79 Prozent der Unterrichtsstunden decken kann. „Gerade hat mir die Regierung mitgeteilt, dass ich zwei Aushilfslehrer fürs neue Schuljahr bekomme; das ist eine kleine Erleichterung“, sagt der Schulleiter. An der dramatischen Gesamtsituation in der Schule änderten die Aushilfskräfte aber nicht viel. Auch in Haßfurters Berufsschule ist der Schulsport ersatzlos gestrichen, wird der Deutschunterricht aufs Minimum zurückgefahren.
Angesichts der engen Personaldecke ist Haßfurter alles andere als glücklich darüber, dass er an seiner Schule mit 1750 Schülern ab Herbst zusätzlich eine Spezialklasse für junge Asylbewerber führen soll. „Das kostet mich 17 Lehrerstunden, die ich eh nicht habe“, sagt Haßfurter. Er glaubt, dass der Pflichtunterricht für die regulären Berufsschüler leiden wird. „Und eigentlich kann ich mir das nicht leisten – die Betriebe aus der Region pochen ja drauf, dass die Auszubildenden optimal beschult werden.“ So dramatisch wie seit vielen Jahren nicht sei die Situation, sagt Haßfurter. „Selbst wenn ich jetzt einen Germanisten an der Hand hätte, der Deutsch geben könnte – ich dürfte ihn ja nicht einstellen.“ Helmut Mundel, Schulleiter

Seine Bewertung deckt sich mit der des Verbands der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern. Der Verband hat vor einer Woche einen offenen Brief an Kultusminister Ludwig Spaenle geschrieben. Der Brief macht deutlich, dass fehlende Lehrkräfte und fehlende finanzielle Mittel nicht nur Unterfranken, sondern ganz Bayern betreffen. Im Brief bezeichnen die Lehrer die Unterrichtsversorgung an den 181 Berufsschulen in Bayern als „katastrophal“. „Wir stehen im kommenden Schuljahr vor dem Kollaps“, heißt es weiter. Per offenem Brief fordern die Berufsschullehrer von Spaenle „ausreichend Personal und finanzielle Mittel zur Aufrechterhaltung des Pflichtunterrichts“.

Detailliert aufgeführt wird die Zahl der nötigen neuen Stellen in dem Brief nicht. Wolfgang Lambl, Vize-Landesvorsitzender des Verbands der Lehrer an beruflichen Schulen, hält indes insgesamt 700 neue Planstellen an Bayerns Berufsschulen für nötig.

Dass die Schulen für ihre 254 000 bayerischen Schüler diese Stellen auch bekommen, ist derzeit unwahrscheinlich. Zwar hat der Kultusminister in einer Antwort auf den Offenen Brief der Berufsschullehrer deren Arbeit gewürdigt. Zwar hat Ministeriumssprecher Unger ausgerichtet, das Kultusministerium lasse „seine beruflichen Schulen“ nicht allein. Bis jetzt hat das Kultusministerium aber nur 147 neue Lehrerstellen für Bayerns Berufsschulen genehmigt – die neuen Kräfte sollen in den Spezialklassen für Flüchtlinge unterrichten.

BBB: Bayern ist Spitze bei der Besoldung

Geschrieben von PM BBB

Gesetz zur Bezügeanpassung im Bayerischen Landtag

„Damit setzt Bayern bundesweit Maßstäbe!“, so Rolf Habermann, Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbundes (BBB) zum heute in der Plenarsitzung des Bayerischen Landtages verabschiedeten Gesetzentwurf zur Anpassung der Besoldung bayerischer Beamter und Versorgungsempfänger. Rolf Habermann: „Alle Fraktionen haben dem Entwurf einstimmig zugestimmt. Das werten wir als Anerkennung unserer Arbeit – ein Dank an alle Fraktionen!“

Mit dem Gesetz kommt es zu einer bundesweit einmaligen Eins-zu-Eins-Übernahme des Tarifergebnisses, das am 28. März für die Arbeitnehmer des Landes (TV-L) gefunden wurde, auf die verbeamteten Beschäftigten in Bayern.

Im Einzelnen bedeutet dies eine Erhöhung der Bezüge ab dem 01.03.2015 um 2,1 Prozent und ab dem 01.03.2016 um 2,3 Prozent (mindestens 75 Euro). Die Anwärterbezüge erhöhen sich um jeweils 30 Euro. Auch Stellenzulagen, Erschwerniszulagen und Ballungsraumzulage werden ab sofort im Rahmen des Bezügeanpassungsgesetzes dynamisiert. Seit langem eine Forderung des BBB: „Ausdauer zahlt sich aus!“

VLB Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
Dachauer Straße 4 Ι 80335 München Ι Telefon 0 89-59 52 70 Ι Telefax 0 89-5 50 44 43 Ι Email info(at)vlb-bayern.de                      © 2017 VLB Verlag e.V.