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Aktuelles

Tatort Schule – Gewalt gegen Lehrerinnen und Lehrer

Geschrieben von Super User

„Die Autorität der Lehrerinnen und Lehrer an Schulen muss von allen Seiten anerkannt werden“, so eine der Kernaussagen von Reiner Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, (DPolG) beim Führungskräftekongress der Bundesverbände BLBS und VLW vom 01.-02.10.2015 in Berlin. Dies ist von den Lehrkräften selbst und durch die Führungskräfte durch frühzeitiges Setzen von Grenzen und Vorbildwirkung effektiv sicherzustellen.

Zunahme der Gewalt gegen Lehrkräfte
Beleidigungen scheinen heutzutage zum Alltag vieler Lehrer zu gehören und vereinzelt schrecken manche Schüler auch vor körperlichen Übergriffen nicht zurück – die Gewalt gegen Lehrerinnen und Lehrer scheint zuzunehmen. Was sind die Gründe für diese verbalen und körperlichen Attacken? Wie kann man ihnen entgegenwirken?
Die Erfahrung zeigt, dass die Gewalt gegen Lehrkräfte – auch an beruflichen Schulen in Bayern – zugenommen hat, auch wenn es keine statistischen Zahlen zu den Angriffen von Schülern gegen Lehrer gibt. Dabei kommen alle Formen von aggressivem oder gewalttätigem Verhalten vor – von Sachbeschädigungen, verbalen Attacken, Drohungen, Beleidigungen in sozialen Netzwerken, Telefonterror, über Bespucken bis hin zu körperlichen Angriffen.

Schlechtes Lehrerimage fördert Gewalt
Die Gründe für die zunehmende Gewalt von Schülern gegen Lehrer sind vielfältig. Eine generell gesenkte Hemmschwelle bei Jugendlichen, auch untereinander oder anderen Erwachsenen gegenüber verbal ausfällig oder auch handgreiflich zu werden, sorgt unter anderem für ein respektloses Auftreten auch Lehrern gegenüber. Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor ist sicher auch in dem schlechten Image begründet, das der Lehrerberuf in Deutschland hat. Die Autorität der Lehrerinnen und Lehrer wurde in den zurückliegenden Jahren durch unqualifizierte und „dumme“ Aussagen von Vertretern aus Wirtschaft und Politik untergraben. Lehrerinnen und Lehrer wurden von der Gesellschaft oftmals als faul dargestellt, als eine Berufsgruppe, die viel Freizeit hat, aber nichts leistet. Wenn sich die Eltern zu Hause dann ähnlich äußern und die Autorität von Lehrern anzweifeln, scheint das für viele Jugendliche ein Freifahrtschein zu sein, sich ebenfalls an Lehrern auszulassen.
Aber haben die Lehrkräfte nicht auch eine gewisse „Mitschuld“? JA! Eine zunehmende Distanzlosigkeit zwischen Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern trägt dazu bei, dass Grenzen schneller überschritten würden. Manche Lehrkräfte sind nicht ganz unschuldig daran, weil sie diese Dis-tanzlosigkeit zum Teil selbst pflegen. Denn wenn man sich als Erwachsener selbst wie ein „Spätpubertierender“ gibt – um sich vermeintlich jung zu fühlen – dann kann dies an die Jugendlichen falsche Signale senden.

„An einem Strang ziehen und Grenzen setzen“
Nach unseren Schätzungen werden weniger als die Hälfte der Übergriffe von den Lehrerinnen und Lehrern zur Anzeige gebracht. Das gilt aber nur für die Delikte im Bereich Sachbeschädigung oder Körperverletzung. Wenn es um Beleidigungen oder Drohungen geht, gehen wir davon aus, dass nur etwa 10 % der Beleidigten eine Anzeige erstatten. Lehrkräfte und Führungskräfte müssen bei entsprechenden Vorfällen pädagogisch „an einem Strang ziehen“, frühzeitig konsequent Grenzen setzen und gegebenenfalls in Form einer Anzeige ein Signal setzen. Eine gute Kooperation mit der Polizei trägt dazu bei, dass sich viele Situationen entschärfen lassen, bevor sie eskalieren. Es zeigt sich, dass die Rückfallquote bei den Jugendlichen erheblich geringer ist, wenn derjenige relativ früh einen Dämpfer bekommt, als wenn sein Fehlverhalten immer wieder ungeahndet bleibt.

„Wir müssen hinter unseren Lehrkräften und Schulleitungen stehen“
Unsere Lehrkräfte und Schulleitungen müssen sich dem Rückhalt, der Hilfe und Unterstützung ihrer Vorgesetzten sicher sein, dann werden manche „Vorfälle“ nicht verschwiegen oder „unter den Teppich gekehrt“. Wenn wir alle darauf achten, dass in den beruflichen Schulen respektvoll und fürsorglich miteinander umgegangen wird, dann „macht Schule Freude“.

Erziehung zu Demokratie
und Bewahrung der Freiheit
gelingt nur mit Autorität!

Gelebte Schulpartnerschaft: Erasmus+ in Würzburg und Brno erfolgreich gestartet

Geschrieben von Christian Kral

Sehr erfolgreich waren die internationalen Projekte der Würzburger Klara-Oppenheimer-Schule über viele Jahre. Wir ermöglichen unseren Auszubildenden unterschiedlichster Branchen regelmäßig, Lerninhalte gemeinsam mit Schülern befreundeter Bildungseinrichtungen in Frankreich, Italien und Tschechien zu erarbeiten. Im Schuljahr 2014/15 bewilligte die EU die Teilnahme an Erasmus+ mit dem Projekt „Unternehmensgründung in Deutschland und Tschechien“.

Sieben aufbauende Projektphasen in drei Jahren
Das Projekt besteht aus sieben einzelnen Austauschphasen innerhalb des Gesamtzeitraums von drei Jahren. Gegründet wird ein Modellunternehmen, das Brettspiele entwickelt, produziert und schließlich vermarktet. Dabei müssen die Auszubildenden ein ganzes Bündel an Lerninhalten und Transferaufgaben handlungsorientiert bewältigen.

Erste Schritte
Um die rechtlichen Grundsatzfragen einer Unternehmensgründung zu klären, bot es sich an, auf das Wissen von Auszubildenden zu Rechtsanwaltsfachangestellten zurückzugreifen. Der nächste Schritt erfordert eine genaue Marktanalyse, auf der die anschließende Produktentwicklung basiert. Hier sind die Experten aus Marketingklassen der Schule gefragt. Um Mitarbeiter, Verkaufs- und Einkaufsvorgänge sowie Rechnungen sorgfältig verwalten zu können, benötigt das Unternehmen eine datenbankorientierte EDV. Warum nicht sogar einen Schritt weiter gehen und das Brettspiel als Onlinegame adaptieren? Hier kommen dann die ITler an der Schule „ins Spiel“. Alles in allem ein stimmiges Gesamtkonzept, in das die unterschiedlichsten Ausbildungsberufe eingebunden werden, um so an einem praktischen Anschauungsprojekt über ihren Tellerrand hinauszuschauen: Zum einen bauen alle Projektphasen aufeinander auf, so dass die jeweiligen Schülergruppen die erarbeiteten Ergebnisse für ihre Nachfolger adäquat dokumentieren und verdeutlichen müssen. Zu diesem interdisziplinären Aspekt kommt der interkulturelle hinzu, da die Projektarbeit abwechselnd in Deutschland und an der Partnerschule SPSEIT in Tschechien stattfindet. Dabei erfahren die Auszubildenden auch viel über die Ausbildung in dem jeweiligen anderen Land. Beim beim ersten Treffen in Würzburg begegneten sich Auszubildende zu Rechtsanwaltsfachangestellten im zweiten Ausbildungsjahr mit angehenden Ökonomen, die in Tschechien im vollschulischen System ihre Ausbildung absolvieren und sich im dritten von vier Ausbildungsjahren befanden.

Bilinguale Teams arbeiten gemeinsam
Das Projekt mit Tschechien startete im Frühjahr 2015 in Würzburg. Sonntagnachts reisten die tschechischen Kolleginnen Ilona Pauliková und Ivana Gallistlová mit ihrer zehnköpfigen Schülergruppe an. Neben Transfer und Unterbringung in Würzburg kam in der Schule die Frage der Raumplanung im meist voll ausgelasteten Schulkomplex hinzu. Auch mussten viele Unterrichtsstunden und ein Schultag verlegt werden. Letztlich gelang es durch eine gute Kommunikation im Kollegium den benötigten Freiraum für das Projekt zu schaffen.
Im Mittelpunkt des ersten Projekttages stand ein Fachvortrag von Sonja Weigel von der IHK Würzburg-Schweinfurt. Sie referierte über die Voraussetzungen für Unternehmensgründungen und berichtete von Fehlern und Tücken aus der Praxis. Am Folgetag reflektierten die Schüler gemeinsam den Vortrag und die tschechischen Schüler stellten außerdem Ergebnisse aus ihrer schulischen Übungsfirmenarbeit vor. Nicht zuletzt der selbstgedrehte Werbespot über die tschechische Übungsfirma brach das Eis zwischen den Schülern. So konnten die fünf bilateralen Teams dann mit der anstehenden Arbeit loslegen. Zunächst untersuchten sie arbeitsteilig die Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutscher und tschechischer Rechtsformen anhand des Materials der IHK, des Bundeswirtschaftsministeriums, der Europäischen Kommission und einem fachbezogenen Computerspiel. Je Gruppe wurden auch weitere Unternehmensformen ins Visier genommen, bspw. die britische Limited Company. Ein Hauptaugenmerk lag auf der Europäischen Gesellschaft SE. Die Ergebnisse bildeten die Bewertungsgrundlage für die Nutzwertanalyse, die die Schüler am Mittwochvormittag eigenverantwortlich in Excel umsetzten.

Firmenbesichtigung und Sightseeing
Zu einem Schüleraustausch gehört natürlich auch, die Kultur des jeweiligen Gastlandes kennenzulernen. So zeigten die Würzburger Auszubildenden am Mittwoch nach der morgendlichen Arbeit in der Schule ihren Gästen einige Sehenswürdigkeiten der Mainmetropole. Abgerundet wurde der Tag mit einer Betriebsbesichtigung des Würzburger Co-Working-Vereins, einer Bürogemeinschaft für Selbstständige. Gerade für Unternehmensgründer ist das eine Möglichkeit, ohne großen Kapitaleinsatz Infrastruktur zu nutzen und Kontakte aufzubauen. Am Donnerstagmorgen diskutierten die Schüler über die am Vortag erstellte Analyse. Dabei wurde feinjustiert und eine vorläufige Entscheidung gefasst. Anschließend übernahm Peter Hrbik, Leiter des Competence Center Investorenberatung & Recht der deutsch-tschechischen Industrie- und Handelskammer. Mit ihm konnten wir einen Gastredner gewinnen, der den Kern unseres Projekts traf und extra aus Prag anreiste. Seine sprachlichen Kenntnisse, seine Tätigkeit als Anwalt und seine offene Art erleichterten den Schülern den Zugang zu seinem Vortrag. Anschließend diskutierten die Schüler rege mit dem Experten über ihre verschiedenen Arbeitsergebnisse und validierten sie anhand vieler Tipps aus der Praxis. Sehr fundiert konnten sie so am letzten Projekttag ihre Ergebnisse in einer arbeitsteilig erstellten Präsentation zusammenfassen und zeigen. Auch die Grundlagen für einen umfassenden Businessplan wurden gelegt, ein Logo und ein Firmenname entwickelt. Die Funin s. r. o., die fiktiv gegründete GmbH nach tschechischem Recht, konnte somit bei der nächsten Schülerbegegnung ihre Arbeit aufnehmen.

Reise nach Tschechien
Im Juni reisten die betreuenden Lehrkräfte Christian Kral und Ruth Böttcher mit einer Schülergruppe, diesmal aus dem ersten Ausbildungsjahr zu Rechtsanwaltsfachangestellten, nach Brno. Die zweitgrößte Stadt Tschechiens liegt gut 100 km nördlich von Wien. Nachdem sich die Schüler kennengelernt hatten, tauschten sie sich über die unterschiedlichen Schulsysteme sowie die Aufgaben und Ziele des Projektes aus. Dann präsentierte die tschechische Seite die Ergebnisse aus der ersten Projektarbeit. In der zweiten Lehr-Lern-Aktivität ging es dann um das deutsche, tschechische und internationale Kaufvertragsrecht. Die notwendigen Fachbegriffe in der Projektsprache Englisch erarbeiteten sich die Schüler in bilateralen Teams.

Kaufvertragsrecht verglichen und diskutiert
Am nächsten Morgen diskutierten sie weiter und knüpften an ihr Wissen aus dem jeweiligen Fachunterricht und den Alltagserfahrungen an. Schnell war klar, dass sich das deutsche und tschechische Kaufvertragsrecht ähnlich sind. Dies bestätigte auch Peter Hrbik. Erneut hatten wir den für unser Projektthema ideal geeigneten Gastredner gewinnen können. Er referierte über die beiden Rechtssysteme und ging auf alle Fragen der Auszubildenden ein. Das Zustandekommen von Kaufverträgen, die Bindung an ein Angebot, die Annahme unter Abänderung, die Anfechtbarkeit und die Vertretung eines Unternehmens nach außen waren dabei die Themen, bei denen wir immer wieder kleine Unterschiede erkannten. Im anschließenden Workshop agierte Hrbik in den Kleingruppen als fiktiver Kunde unseres Modellunternehmens Funin. Dabei warf er Problemstellungen auf, die die Schüler besprachen und lösten. Diese Arbeit setzten sie am Mittwoch fort und bearbeiteten acht verschiedenen Modellsituationen, die alle Kombinationen inländischer und internationaler Käufe abdeckten. Auch auf die Unterschiede beim Kauf im stationären bzw. im Online-Shop, die verschiedenen Steuersätze und Zahlungsmethoden wurden abgehandelt. Die Schüler setzten sich mit der Rom-I-Verordnung zu grenzüberschreitenden Verträgen innerhalb der EU auseinander und stellten Unterschiede zu den Regelungen mit Drittländern fest. Sie verfassten auch eine Rechnung und eine Anfrage an Lieferanten. Am nächsten Tag verglichen die Schüler Muster-Angebote dreier Lieferanten quantitativ und qualitativ. Dazu verwendeten sie ein selbst erarbeitetes Kalkulationsschema und die Nutzwertanalyse. Ergebnis war dann eine gemeinschaftliche Lösung mittels eines Excel-Sheets. Im zweiten Teil des Tagesprogramms kümmerten sie sich um die Themen Gewährleistung und Widerruf. Das Hauptaugenmerk lag in diesem Zusammenhang auf dem Verbraucherschutz und der entsprechenden Richtlinie der Europäischen Kommission. Diese wurde im vergangenen Jahr in den beiden und weiteren Ländern der EU ratifiziert und änderte die Rechte von Privatpersonen beim Online-Shopping. Der fünfte und letzte Arbeitstag begann recht früh, um am Nachmittag die Rückreise antreten zu können. Bereits um 06:45 Uhr schrieben wir unsere allmorgendlichen, zweisprachigen Berichte über den Vortag. Anschließend erstellten die Schülergruppen arbeitsteilig die Abschlusspräsentation.

Positives Feedback
In einer abschließenden Feedbackrunde zeigten sich sowohl die Auszubildenden als auch die betreuenden Lehrkräfte sehr angetan von all den positiven Erfahrungen rund um das Projekt. So darf man schon gespannt sein, wie sich das Projekt weiterentwickelt, wenn in diesem Schuljahr die Marketingexperten und Produktentwickler das Projekt fortsetzen.

Ansprechpartner Projektphasen A1 und A2: Christian Kral
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VLB initiert und unterstützt Modellversuch: Erfolgreicher Abschluss des Modellversuchs Q3-/Q4-Aufstieg

Geschrieben von Dr. Siegfried Hummelsberger

Selten wurde in den vergangenen Jahren ein Modellversuch an den bayerischen Berufsschulen mit so viel Aufmerksamkeit verfolgt wie derjenige, dessen erfolgreicher Abschluss am 22. Juli im Münchner Hofbräuhaus mit einer feierlichen Veranstaltung gewürdigt wurde. Erstmalig stieg ein gutes Dutzend ehemaliger Fachlehrerinnen und -lehrer aus der Qualifikationsebene Q3 (ehemalig GD) in Q4 (ehemalig HD) auf. Im Beisein von Vertretern des Kultusministeriums, des Finanzministeriums, des Hauptpersonalrats, der beteiligten Schulleitungen sowie des VLB wurden einem guten Dutzend Lehrkräfte nach einer zweijährigen Qualifizierungsphase die Ernennungsurkunden feierlich überreicht. Aus jedem Regierungsbezirk hatten im Schnitt zwei herausragend gute Fachlehrerinnen und -lehrer diese Chance zum Aufstieg erhalten.

VLB initiiert und unterstützt Modellversuch
In seiner einleitenden Rede stellte Wolfgang Lambl im Namen des Verbandes und als VLB-Hauptpersonalrat die nach wie vor bedeutende Rolle der Fachlehrerinnen und -lehrer im bayerischen Berufsschulwesen heraus. Der seit 2012/13 laufende Modellversuch war maßgeblich vom VLB initiiert, begleitet und unterstützt worden. Lambl beglückwünschte die erfolgreichen Teilnehmer und bedankte sich für die Unterstützung namentlich seitens des KM durch Mdgt. German Denneborg, des Finanzministeriums durch LMR Dr. Leonhard Kathke sowie der beteiligten Schulleitungen. Mehr als einmal – so Lambl – sei der Versuch auf Messers Schneide gestanden.

Lehrkräfte doppelt qualifiziert
Die jetzt doppelt qualifizierten Lehrkräfte (praktisch wie auch theoretisch) seien Pioniere für einen modernen und zeitgemäßen Unterricht und bestens geeignet, um als Mentoren weitere, dringend benötigte Lehrkräfte in der Qualifizierungsphase zu begleiten.

Nachfolgemaßnahmen genehmigt
Mdgt. Denneborg betonte zunächst, wie froh er über den Erfolg sei und dass seine anfängliche Skepsis unbegründet gewesen war. „Es ist für Sie alle sicher nicht leicht gewesen, im fortgeschrittenen Alter wieder an die Uni zu gehen, sich nach vielen Berufsjahren plötzlich als Referendar wiederzufinden und vor langjährigen Kolleginnen und Kollegen Lehrproben abzulegen“, betonte Denneborg. Umso mehr freue es ihn, dass die Nachfolgemaßnahme bereits genehmigt sei. Dazu könnten die jetzigen Absolventen mit ihren Erfahrungen einen wichtigen Beitrag als Mentoren leisten. In der „zweiten Runde“ sei sicherlich mit weniger Problemen und Schwierigkeiten zu rechnen. Eine „Riesenchance“ liege in dieser Maßnahme, um die Personalnot an den beruflichen Schulen zumindest etwas abzufedern.

Lob aus dem Finanzministerium
Dr. Kathke von der zuständigen Abteilung des Finanzministeriums zollte den Kolleginnen und Kollegen viel Respekt für ihre Leistung und den Erfolg trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Hier zeige sich eine uneingeschränkt positive Auswirkung des neuen Dienstrechts. Er bedankte sich beim VLB für ihre nachhaltige Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Auch er zeigte sich erleichtert und stellte zum Schluss mit feiner Ironie fest: „Es ist für uns im Finanzministerium sehr ungewohnt, vom Kultusministerium und einem Lehrerverband gelobt zu werden!“

Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung
Nach der feierlichen Überreichung der Urkunden bedankte sich der frisch qualifizierte, ehemalige Fachlehrer Jakob Waas im Namen der ganzen Gruppe mit einer bewegenden Rede. Dank und Unterstützung richtete auch er an den Verband und den HPR; ohne beider Unterstützung wäre dieser lange Weg nicht erfolgreich zu bewältigen gewesen. Eines der größten Probleme sei, dass die Q3/Q4-Aufstiegsqualifizierung nicht einmal in Ansätzen mit den auf Bachelor und Master ausgerichteten Studiengängen an den Universitäten kompatibel sei. An den Schulen hätten die Kandidaten überwiegend Respekt, Rücksicht und Unterstützung erfahren. „Natürlich gab es auch Neider und Skeptiker, aber die positiv Eingestellten waren in der großen Mehrheit“, stellte er fest. Rückblickend sei es all die Mühe wert gewesen, insbesondere weil man eine Perspektive für viele Nachfolger eröffnet habe. „Wir betonen immer gerne und völlig zu Recht die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung – dies muss dann aber auch im Bereich der Lehrkräfte und im Laufbahnrecht gelten!“ Zum Abschluss überreicht Jakob Waas im Namen der Gruppe ein persönliches Geschenk als Dankeschön für die Unterstützung seitens des VLB und des HPR.

Bildungsmonitor 2015: Bayern in der beruflichen Bildung weiter führend

Geschrieben von Manfred Greubel

Wie einer Pressemeldung des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst vom 3. September 2015 zu entnehmen ist, freut sich Bildungs- und Wissenschaftsminister Bayerns beim Ländervergleich. Festgestellt wurde dies vom Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, welches seit 2004 bereits das zwölfte Mal eine bundesweite Vergleichsstudie über die Bildungssysteme der Länder erstellt. Da es sich in der Pressemeldung um eine allgemeine Aussage über die berufliche Bildung handelt, ist mit dem vorliegenden Artikel genauer zu untersuchen und dabei zu klären, wo die in der Studie festgestellten Stärken aber auch Schwächen des bayerischen Bildungssystems liegen. Hierzu wird auch die Methode der Erkenntnisgewinnung angesprochen. Vorab wird das Schwerpunktthema des Bildungsmonitors 2015 – Bachelor- und Masterstudium – hinsichtlich der sich rund um das Thema entwickelten Mythen beleuchtet.

Mythen um die Bologna-Reform

Im Jahre 1999 einigten sich 30 europäische Staaten in Bologna darauf, einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Verbunden waren damit u. a.

  • Einführung eines zweistufigen Systems von Studienabschlüssen (Undergraduate/ Graduate),
  • Einrichtung eines Leistungspunktesystems nach dem ECTS-Modell (European Credit Transfer and Accumulation System),
  • Förderung der europäischen Zusammenarbeit bei der Qualitätssicherung.

Die mit der Reform angestrebten Ziele wie z. B. höhere Mobilität der Studierenden, eine internationale Vergleichbarkeit der Studiengänge, die Förderung des lebenslangen Lernens oder eine verbesserte Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung durch die Anerkennung außerhalb der Hochschule erbrachter Leistungen haben im Laufe der letzten Jahre zu heftigen Diskussionen über die damit verbunden Vor- und Nachteile geführt. Daraus entwickelten sich folgende Mythen:

  • Die Studierenden sind unzufrieden und überlastet.
  • Die Mobilität ist gesunken.
  • Einen Masterplatz bekommt man nur mit Schwierigkeiten.
  • Das Studium dauert länger.
  • Die Studienabbruchquote ist gestiegen.
  • Die Hochschulen sind nicht durchlässiger geworden.
  • Die Arbeitgeber sind mit den Bachelorabsolventen unzufrieden.
  • Die Bachelorabsolventen werden unterwertig beschäftigt.
  • Die Bachelorabsolventen haben keine Karrierechancen.
  • Es gibt nur geringe Chancen des lebenslangen Lernens.

Diese Mythen wurden im Bildungsmonitor hinsichtlich ihres Wahrheitsgehaltes näher untersucht. Es zeigen sich folgende Befunde:

(1) Wie die Ergebnisse einer Hochschulstudie aus dem Jahr 2013 mit 5000 Studierenden zeigen, empfinden ca. 50% die Anforderungen als sehr hoch. Zwei Drittel der Befragten meinen jedoch, die Leistungen erfüllen zu können.

(2) Von einer gesunkenen Mobilität der Studierenden ist nicht auszugehen, da der Prozentsatz seit dem Jahre 2000 insgesamt relativ konstant etwa 31 % beträgt (Universität 35 %, Fachhochschule 21%). Dies bedeutet gegenüber der Zielmarke von 20 % ein hohes Niveau. Als Gründe gegen einen Auslandsaufenthalt werden vor allem finanzielle Gründe sowie die Verlängerung der Studiendauer genannt.

(3) Aufgrund der heute verfügbaren Daten zeigen sich keine großen Probleme beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium.

(4) Bei den Universitätsstudiengängen ist im Gegensatz zu den Fachhochschulstudiengängen eine Abnahme der mittleren Gesamtstudiendauer nach der Studienreform zu erkennen.

(5) In den Bachelorstudiengängen ist die Abbruchquote gegenüber den herkömmlichen Diplom- und Magisterstudiengängen gestiegen, wogegen sie bei den Masterstudiengängen jedoch gering ist.

(6) Es sind zwar erste Schritte zu einer höheren Durchlässigkeit erfolgt, aber der Prozess erfolgt in sehr kleinen Schritten, die zu beschleunigen sind.

(7) Der Übergang in eine angemessene Beschäftigung ist den Absolventen der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften im Vergleich zu den Geisteswissenschaftlern gut gelungen.

(8) Mit Ausnahme des öffentlichen Dienstes ist keine größere Differenz in der Bezahlung festzustellen.

(9) Es bestehen für Bachelorabsolventen in der privaten Wirtschaft gute Entwicklungschancen.

(10) Es ist bei den Unternehmen eine zunehmend hohe Bereitschaft für die Unterstützung der Weiterbildung vorhanden.

Wie sich zeigt, ranken um den Bolgna-Prozess viele Mythen, die sich jedoch nicht bestätigen und der Prozess sich somit positiv entwickelt. Trotzdem ist noch an mehreren Stellschrauben zu drehen, um die mit der Bologna-Reform intendierten Ziele zu erreichen. Nach der kurzen Betrachtung der Entwicklung im Hochschulbereich richtet sich nun der Blick auf das bayerische Bildungssystem. Hierzu gehört nicht nur die Beschreibung der Befunde, sondern auch die Beschreibung der Methodik.

Wie werden die Stärken und Schwächen des Bildungssystems gemessen?

Um die Stärken und Schwächen der jeweiligen Bildungssysteme herauszuarbeiten, wird ein indikatorengestütztes Benchmarking durchgeführt. Damit sind unterschiedliche Ziele, Institutionen und Untersuchungsobjekte miteinander vergleichbar und es ist möglich aufzeigen, in welchen Bereichen bildungspolitisches Handeln besonders dringend geboten ist. Der Nachteil, dass nicht messbare Tatbestände, die ebenfalls auf die Zielgröße einwirken, unberücksichtigt bleiben, schränkt die Aussagekraft der Methode jedoch nicht maßgeblich ein. Zur Messung der Effektivität und Effizienz des Bildungssystems werden 93 Input- und Outputindikatoren operationalisiert und mittels eines linearen Standardisierungsverfahrens in dimensionslose Punktwerte transformiert (Ausprägung 0 bis 100) und dann fünf inputorientierten und sieben outputorientierten Handlungsfeldern (Abb. 1) zugeordnet. Bei der Auswahl der Indikatoren werden folgende Grundsätze beachtet:

  • Sie haben einen Erklärungsbeitrag hinsichtlich der bildungsökonomischen Ziele und der Handlungsfelder zu leisten.
  • Sie müssen operationalisierbar sein.
  • Sie müssen für die Lösung der formulierten Probleme im gewünschten Arbeitskontext relevant sein.
  • Sie müssen für die Zielgruppen der Studie nachvollziehbar sein.

Den maximalen Punktwert von 100 erhält ein Land, das sich durch die bestmögliche Ausprägung auszeichnet. Ein Land erhält null Punkte, wenn es die schlechtestmögliche Ausprägung hat. Die Indikatoren sind weitgehend gleichgewichtet. Die Werte der Indikatoren werden dann dem betreffenden Handlungsfeld zugewiesen. Bei der Bildung der Gesamtsumme werden alle Handlungsfelder gleichgewichtet.

Zwischen den Inputvariablen und dem Output wird kein monokausaler Zusammenhang vorausgesetzt. Die Zusammenhänge werden als ein komplexes Zusammenspiel aller Faktoren betrachtet. Um zu überprüfen, inwieweit das Ergebnis eines Bundeslandes von den einzelnen Handlungsfeldern bestimmt wird, wurde berechnet, welche Ergebnisse sich für die Bundesländer ergeben würden, wenn jeweils ein Handlungsfeld nicht in die Bewertung eingeht. Die verwendeten Indikatoren wurden unter anderem von den Statistischen Landesämtern der Bundesländer und der OECD erhoben und stammen mehrheitlich aus dem Jahr 2013, dem aktuellsten statistisch erhobenen Kalenderjahr, das zum Zeitpunkt der Erstellung der Studie vorliegt.

Es würde den Rahmen des Artikels überschreiten, wenn alle zwölf Handlungsfelder mit den zugehörigen Indikatoren näher beschrieben werden würden. Damit jedoch ein Einblick in den Aufbau des Bildungsmonitors möglich ist, wird exemplarisch das outputorientierte Handlungsfeld „Berufliche Bildung“ mit den entsprechenden Indikatoren näher beschrieben.

Erläuterung des Handlungsfelds – Berufliche Bildung

Die Betrachtung der beruflichen Bildung und insbesondere der beruflichen Ausbildung ist deshalb so bedeutungsvoll, weil ein enger inhaltlicher, organisatorischer und zeitlicher Bezug zum Arbeitsmarkt besteht. Dies ermöglicht es einerseits den Betrieben, den Fachkräftenachwuchs bedarfsgerecht auszubilden, und bietet andererseits den Auszubildenden hohe Übernahmequoten in Beschäftigungsverhältnisse. Deutschland weist nicht zuletzt aus diesem Grund eine sehr geringe Jugendarbeitslosenquote auf, was das duale Ausbildungssystem nicht nur wegen dieser Kennziffer, sondern auch wegen der guten Aufstiegschancen zu einem weltweit anerkannten Erfolgsmodell macht. Problematisch ist trotz eines hohen Ausbildungsplatzangebots die Versorgung der Jugendlichen, welche keinen Ausbildungsplatz bekommen haben und in einem Übergangssystem auf den Einstieg in den Ausbildungsmarkt vorbereitet werden. Von der misslungenen Integration in den Ausbildungsmarkt sind insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund, Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern sowie Jugendliche von Alleinerziehenden betroffen, die einer intensiven Unterstützung bedürfen. Um die Situation zu verbessern, ist eine bessere und vor allem institutionsübergreifende Koordination der vielfältigen Maßnahmen erforderlich, welche in der Vergangenheit leider zu selten gelungen ist. Eine weitere Baustelle ist die hohe Zahl (ca. 20%) der Ausbildungsabbrüche, die durch individualisierte, praxisrelevante Informationen zu Ausbildungsgängen, durch gezielte Praktika vor der Ausbildung sowie einer intensiven Betreuung während der Ausbildung zu vermeiden wären.

Bedeutung erlangt die berufliche Bildung in den letzten Jahren auch durch den Ausbau der Durchlässigkeit von der beruflichen Bildung in den Bereich der Hochschulen. So sind z. B. duale Studiengänge oder die Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte zu nennen. Dieser Bereich ist durch institutionenübergreifende Kooperationen noch weiter auszubauen. Hierbei sind die Berufsschulen in besonderem Maße gefordert, sich mit attraktiven Modellen einzubringen.

Insgesamt müssen die vielschichtig zu veranlassenden Maßnahmen gut koordiniert werden, um den laufenden Strukturwandel, die Demografie, den Trend zur Höherqualifizierung, die Internationalisierung der Märkte und die Dynamisierung im Bereich der beruflichen Qualifikationen und des Arbeitsmarkts bewältigen zu können.

Aus diesen Überlegungen leiten sich folgende Indikatoren für die Ermittlung einer erfolgreichen Bildungspolitik in diesem Handlungsfeld ab:

  • Ausbildungsstellenquote (Relation der neuen Ausbildungsverträge und unbesetzten Stellen zur durchschnittlichen Kohorte)
  • Anteil der erfolgreichen Abschlussprüfungen einer Berufsausbildung an allen Abschlussprüfungen
  • Anteil der erfolgreichen Absolventen von Berufsfachschulen (BFS), Fachoberschulen (FOS) und Fachschulen (FS) an allen Abgängern dieser Einrichtungen
  • Anteil der erfolgreichen Teilnehmer an Fortbildungsprüfungen an der
    Bevölkerung zwischen 25 und 40 Jahren
  • Quote unversorgter Bewerber

Bayern im Ländervergleich

Bayern hat gute Fortschritte in der Bildungspolitik erzielt. So ist es insgesamt gelungen, einen Platz in der Spitzengruppe zu erreichen. Durch einen Vergleich mit dem Vorjahr gibt die Studie auch darüber Auskunft, wie sich das Bildungssystem des jeweiligen Bundeslandes verändert hat. Insgesamt wird festgestellt, dass sich die Bildungssysteme von 12 Bundesländern im Berichtszeitraum von 2014 bis 2015 verbessert haben. Hier zählt Bayern ebenfalls zu den Ländern mit einem hohen Zuwachs (Abb. 2). Für eine differenzierte Aussage des Ergebnisses sind die einzelnen Handlungsfelder zu beleuchten. Dabei ergeben sich sowohl Stärken als auch Schwächen.

Leistung Bayerns bei den Handlungsfeldern

Einen ersten Überblick über die Bildungsanstrengungen Bayerns im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bietet Abb.3 (Seite 8). Daraus ist zu entnehmen, dass es gelungen ist, in 9 von 12 Handlungsfeldern besser als der Bundesdurchschnitt zu sein. Um den Einfluss des jeweiligen Handlungsfeldes auf die angestrebten Bildungsziele zu erfassen, werden diejenigen Handlungsfelder näher beschrieben, die im Bundesvergleich besonders stark oder besonders schwach ausgeprägt sind.

Wesentliche Stärken

Ausgabenpriorisierung

Das Handlungsfeld Ausgabenpriorisierung zeigt an, wie viele Finanzmittel ein Bundesland in seine Bildungssysteme pro Kopf investiert - verglichen mit den Pro-Kopf-Gesamtausgaben des Landes. Investitionen in die Bildung sind nicht nur für die Entwicklung jedes einzelnen Schülers bedeutsam, sondern sie sind auch für die Sicherung des Fachkräftenachwuchses, den wirtschaftlichen Wohlstand, die fiskalische Nachhaltigkeit und den Zusammenhalt der Gesellschaft von hoher Relevanz. So hat sich Deutschland bis zum Jahr 2015 zum Ziel gesetzt 10 % des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und Forschung auszugeben. Nach vorläufigen Berechnungen wurde im Jahr 2012 ein BIP-Anteil von 9,0 % erreicht, was Ausgaben in Höhe von knapp 249 Milliarden Euro entspricht. Für die höchste bildungsrelevante Gruppe, das sind Personen unter 30 Jahren, betragen die Bildungsausgaben je Person im Jahr 2012 4.500 Euro. In einen Schüler an öffentlichen Schulen wurden 6.300 Euro investiert. Falls die Bildungspolitiker die demografische Rendite im Bildungssystem belassen, könnten im Jahr 2030 pro Person unter 30 Jahren 5.658 Euro investiert werden. Bei der Verteilung der Mittel ist zum einen auf eine faire Ressourcenallokation zwischen allen Schulen zu achten und zum anderen sollten die Ausgaben verstärkt auf den frühkindlichen Bereich entfallen, denn dies führt zu insgesamt zu besseren Bildungsergebnissen und wirkt sich positiv auf die fiskalische und volkswirtschaftliche Rendite aus.

Beim bundesweiten Vergleich der Bildungsausgaben für allgemeinbildende und berufliche Schulen erzielt zwar Bayern in beiden Bereichen sehr gut Werte, aber es bestehen zwischen den Ausgaben für allgemeinbildende (hier insbesondere Grundschulen) und den Ausgaben für berufliche Schulen noch deutliche Unterschiede.

Berufliche Bildung

Im Handlungsfeld Berufliche Bildung konnte wie in den Vorjahren wieder der 1. Platz errungen werden. Erfreulich ist die hohe Erfolgsquote der Berufsschüler in der dualen Ausbildung im Jahr 2014 mit 91,4 Prozent. Damit wird das Niveau des Bundesdurchschnitts (90,0 Prozent) signifikant überschritten. Garanten für diesen Erfolgt sind vor allem die Lehrkräfte, denen es gelingt, die Lehr- und Lernprozesse äußerst effizient zu gestalten. Damit die Unterrichtsqualität gesichert und weiter entwickelt werden kann, muss eine angemessene Lehrerversorgung gewährleistet werden, was leider nicht gegeben ist und hier dringend Nachholbedarf herrscht. Auch die Rahmenbedingungen müssen deutlich verbessert werden.

In Bayern gelingt es sehr gut, die Jugendlichen in das Ausbildungssystem zu integrieren, denn die Quote der unversorgten Bewerber lag bei 5,7 % im Vergleich zum Bundesdurchschnitt in Höhe von 10 %. Auch bei der Fortbildungsintensität stand Bayern ebenfalls an der Spitze. Von 1.000 Personen aus der Gruppe der 25- bis 40-jährigen Personen beendeten 9,9 im Jahr 2013 erfolgreich eine Fortbildungsprüfung (Durchschnitt: 6,4). Auch die Unternehmen tragen zu dem guten Ergebnis bei. So lag die Ausbildungsquote mit 73,7 Prozent im Jahr 2014 über dem Bundesdurchschnitt von 66,3%.

Inputeffizienz

Im Handlungsfeld Inputeffizienz wird ebenfalls wieder der 1. Platz eingenommen. Wesentliche Indikatoren in diesem Handlungsfeld sind die Investitionsquote, die Altersstruktur der Lehrkräfte, das Verhältnis von Sachausgaben zu Personalausgaben sowie der Anteil der Hochschulausgaben, die durch Drittmittel finanziert wurden. Allgemein ist festzustellen, dass in Bayern die Mittel für die Schulen in den Jahren 2012 und 2013 relativ effizient eingesetzt wurden. Dies ist deshalb wichtig, da die im Bildungssystem eingesetzten Ressourcen einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche, gesellschaftliche und individuelle Entwicklung nur dann bewirken, wenn sie effizient eingesetzt werden. Eine bloße Erhöhung der Ressourcen ist aber noch keine Garantie für eine bessere Bildungsqualität oder für wirtschaftliches Wachstum. Es muss gelingen, die Mittel auch effektiv einzusetzen. Dabei darf die Pädagogik aber nicht ökonomisiert werden, denn der Bildungsauftrag der Schule geht deutlich über die aktuell für die Wirtschaft verwertbaren Bildungsinhalte hinaus.

Schulqualität

Das Handlungsfeld Schulqualität, bei dem Bayern (85,4 Punkte) den zweiten Platz hinter Sachsen-Anhalt (95,0 Punkte) belegt, bestimmt sich zum einen nach den in den Ländervergleichsstudien erzielten durchschnittlichen Ergebnissen der Schüler der neunten Jahrgangsstufe in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Die Werte für die Bereiche Mathematik und Naturwissenschaften ergeben sich aus der Studie des Jahres 2012 und für den Bereich Lesen wurden die Werte 2009 erhoben. Zum anderen fließen die Ergebnisse ein, welche die Schüler der vierten Jahrgangsstufe in der Ländervergleichsstudie aus dem Jahre 2011 in den Bereichen Lesen, Hören und Mathematik erzielt haben. Die Bereiche Deutsch Lesen und Deutsch Hören der Viertklässler werden jeweils mit dem Faktor ½ gewichtet. Die Evaluation, welche aufgrund von zentral eingeführten Bildungsstandards erfolgt, wird von dem eigens dafür im Jahre 2004 gegründeten „Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“ (IQB) durchgeführt. Wie aufgrund der erfassten Jahrgänge zu erkennen ist, erfolgt die Feststellung der Schulqualität fast ausschließlich im Bereich der allgemeinbildenden Schulen.

Bildungsarmut

Beim Handlungsfeld Bildungsarmut erreichte Bayern den ersten Platz. Die Bildungsarmut wird bestimmt durch (1) die Größe der Risikogruppe, das sind Schüler, welche in den Bereichen Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften nur über Kompetenzen der Stufe 1 der fünf Stufen umfassenden Skala verfügen, (2) dem Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss und (3) der Quote der erfolgreichen Absolventen des Berufsvorbereitungsjahres. In allen drei Bereichen konnte Bayern Spitzenwerte erreichen. So betrug z. B. der Anteil der Schüler ohne Abschluss im Jahr 2013 4,4 % (Bundesdurchschnitt: 5,2 %) und der Anteil der erfolgreichen Absolventen des Berufsvorbereitungsjahres betrug 71,8 % (Bundesdurchschnitt: 55,6 %). Je besser es gelingt, die Risikogruppe im IQB-Vergleich zu reduzieren, desto besser ist das Bildungssystem in der Lage, die an den Schülerkompetenzen gemessene Bildungsarmut zu vermeiden.

Die Reduzierung der Bildungsarmut ist ein wichtiges Ziel, denn es ist wissenschaftlich belegt, dass geringe Qualifikationen und fehlende Abschlüsse die Chance auf den Einstieg in ein Ausbildungsverhältnis deutlich reduzieren. Falls der Einstieg in ein Ausbildungsverhältnis nicht gelingt, kann es den Einstieg in Maßnahmenkarrieren zur Folge haben, welche nicht nur das Selbstwertgefühl der Jugendlichen belastet, sondern auch ihre Integration in die Gesellschaft erschwert. Jugendliche ohne Bildungsabschluss laufen somit Gefahr, dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt zu werden. Um dem vorzubeugen, sind geeignete Fördermaßnahmen unverzichtbar. Wirksame Maßnahmen sind etwa die frühkindliche Förderung, die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf in allgemeine Schulen, die Integration außerschulischer Lernorte in das schulische Umfeld oder die spezifische Förderung der Jugendlichen.

Forschungsorientierung

Beim Handlungsfeld Forschungsorientierung kann Bayern weiter den dritten Platz behaupten. Damit gelingt es den bayerischen Hochschulen, einen Beitrag zur Sicherung des Forschernachwuchses zu leisten. Für Deutschland als innovations- und wissensbasierter Gesellschaft ist es von sehr hoher Bedeutung, dass eine ausreichende Zahl qualifizierter Nachwuchswissenschaftler gewonnen werden kann. Ein Mangel an qualifizierten Wissenschaftlern könnte zu einer Verlagerung von Projekten ins Ausland führen, was eine Verlagerung von Produktionsschritten ins Ausland zur Folge haben kann und somit zu Verlusten für die deutsche Wirtschaft führen könnte. Es muss deshalb gelingen, den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter zu verbessern, denn es besteht in Deutschland ein hoher Bedarf an hochqualifizierten Wissenschaftlern. Ob die wesentlichen Stellschrauben in die richtige Richtung bewegt wurden, zeigt sich in den F&E-Ausgaben pro Forscher an Hochschulen, an der Zahl der Habilitationen pro Professor und dem Anteil der Promotionen an allen Hochschulabschlüssen (Promotionsquote).

Bundesweit ist festzustellen, dass die Forschungsausgaben pro Forscher an Hochschulen zwischen 2000 und 2012 stetig angestiegen sind. Dies ist nicht nur als wertschätzendes Signal für die Leistung der Hochschulen zu betrachten, sondern vor allem als eine zwingende Voraussetzung, um die Leistungskraft einer Gesellschaft zu erhalten. Bayern liegt bei den F&E-Ausgaben je Forscher leicht über dem Bundesdurchschnitt. Eine weitere wichtige Einflussgröße für die Wettbewerbsfähigkeit sind die Anzahl der Habilitationen pro Professor und die Promotionsquote. Bei diesen beiden Kennziffern konnte Bayern sehr gute Ergebnisse erzielen. So wurde bei der Habilitationsquote der zweite Platz erreicht, denn im Jahr 2013 konnten pro 100 Professoren 4,9 Habilitationsverfahren abgeschlossen werden (Bundesdurchschnitt: 3,6). Bei der Promotionsquote wurde der vierte Platz erreicht, denn 6,6 % aller Abschlüsse an Hochschulen waren im Jahr 2013 Promotionen (Bundesdurchschnitt: 6,3 %).

Wesentliche Schwächen

Förderinfrastruktur

Ein erheblicher Handlungsbedarf ergibt sich im Handlungsfeld Förderinfrastruktur, denn beim Ausbau einer ganztägigen und qualitativ hochwertigen Betreuung in Kindergärten und Schulen steht Bayern nur auf dem 13. bzw. 14. Platz. Wie bereits dargestellt, ist eine frühkindliche Betreuung aus mehreren Gründen förderlich. So erleichtert es einen späteren Kompetenzerwerb, verbessert das Verhalten der Kinder und verringert soziale Disparitäten. Steuerungspolitisch ist zu erreichen, dass sich einerseits möglichst viele Kinder an vorschulischer Bildung beteiligen und andererseits eine qualitativ hochwertige Betreuung angeboten wird.

Die Situation in Bayern stellt sich für den Betrachtungszeitraum 2013 und 2014 wie folgt dar: Beim Anteil der ganztags betreuten Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren erreichte Bayern im Jahr 2014 einen Wert von 31,5 %, während im Bundesdurchschnitt schon 41,4 % aller Kinder dieser Altersgruppe ganztags betreut werden. Auch der Anteil des hochqualifizierten Personals am Gesamtpersonal in Kindertageseinrichtungen war geringer als im Bundesdurchschnitt (BY: 4,0 %; Bundesdurchschnitt: 5,1 %).

Durch den Besuch von Ganztagsschulen werden positive Effekte hinsichtlich Verbesserung der Teamstrukturen, Ausgleichseffekte in Bezug auf die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund, einer besseren Lernkultur sowie der Innovations- und Kooperationsbereitschaft von Lehrerkollegien festgestellt. Bei der Frage nach der Form der Ganztagsschule, schneidet die gebundene Ganztagsschule besser ab, da sie die regelmäßige und intensive Teilnahme an den Bildungsangeboten eher gewährleisten kann. Die Situation in Bayern zeigt noch erheblichen Nachholbedarf, denn es ergibt sich im Jahr 2013 mit 9,2 % bundesweit die drittniedrigste Quote von Ganztagsschülern im Grundschulbereich (Bundesdurchschnitt: 31,3 %). Bei dem Anteil der Schüler an Ganztagschulen im Sekundarbereich I wurde mit 15,6 % der niedrigste Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 37,4 %) erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr konnten jedoch bei den Betreuungsquoten im Ganztagsbereich leichte Verbesserungen erzielt werden. Besserung ist in Sicht, denn Staatsminister Spaenle erklärte in der Pressemeldung zum Bildungsmonitor 2015: „Wir bauen den Ganztag bedarfsgerecht und flächendeckend aus und eröffnen den Kindern und Eltern durch die Einführung offener Ganztagsgruppen auch in Grundschulen zusätzliche Wahlmöglichkeiten, die zu ihrer familiären Situation und [zu ihren] pädagogischen Wünschen passen“.

Zeiteffizienz

Die Beurteilung der Güte eines Bildungssystems darf nicht nur anhand der Zahl der Abschlüsse erfolgen, sondern es muss auch die dafür aufgewendete Zeit (Zeiteffizienz) berücksichtigt werden, denn aus ökonomischer Betrachtung steigen die persönlichen und volkswirtschaftlichen Erträge mit abnehmender Dauer der im Bildungssystem verbrachten Zeit. Weiterhin beeinträchtigt eine längere Verweildauer die individuelle Lebensgestaltung und Familienplanung. Es ist deshalb der Faktor Zeit nicht zu vernachlässigen. Eine erste Stellschraube ist ein früher Einschulungszeitpunkt. Dies ist insbesondere wegen der kompensatorische Wirkung bei Kindern mit Migrationshintergrund oder bei Kindern aus bildungsfernen Haushalten anzustreben. Eine weitere zu beachtende Kennziffer ist die Zahl der Wiederholer, denn neben Zeitverlust bedeutet dies auch Kosten. Leider hatte Bayern bei der Wiederholerquote in der Sekundarstufe I im Jahr 2013 mit 4,8 % den schlechtesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 2,8 %). Aufgrund der sehr guten Ergebnisse in den Vergleichsarbeiten und der geringen Bildungsarmut ist dieser Wert zu relativieren. Die hohen Wiederholerquoten könnten durch den Ausbau der gebundenen Ganztagsschule gesenkt werden.

Negativ entwickelte sich der Anteil der vorzeitig aufgelösten Ausbildungsverhältnisse, denn er betrug 2012 noch 23,7 % und stieg im Jahre 2013 auf 24,3 %. Damit belegt Bayern im Jahr 2013 trotzdem den zweiten Platz (Durchschnitt: 28,3 %). Obwohl hier ein Spitzenplatz erreicht werden konnte, handelt es sich um eine näher zu untersuchende Größe, damit eine bessere Passung erreichbar ist.

Eine weitere wesentliche Stellschraube hinsichtlich der Zeiteffizienz ist das Durchschnittsalter der Erstabsolventen im Hochschulbereich. Bei diesem Indikator ist ein erfreulicher Trend zu erkennen. Belief sich im Jahr 2000 das durchschnittliche Lebensalter bei Erlangung des ersten Hochschulabschlusses auf über 28 Jahre, so lag es im Jahr 2013 bereits bei 26,0 Jahren. Dies hat sich vor allem durch die Einführung der Bachelorstudiengänge in den letzten Jahren verstärkt. Im Hochschulbereich ließe sich das Durchschnittsalter der Absolventen weiter senken, wenn es gelingen könnte, die vertikale Durchlässigkeit zwischen der beruflichen Bildung und dem Hochschulsektor weiter auszubauen. Hierfür wären eine bessere Kooperation sowie die Anrechnung der bereits im jeweils anderen Bildungssystem erbrachten Leistungen erforderlich.

Bei der Diskussion um das Problem Zeiteffizienz ist der Aussage des Staatsministers Ludwig Spaenle zuzustimmen, wenn er feststellt: „Qualität geht für mich vor Geschwindigkeit. Der einzelne Mensch auf seinem Bildungsweg benötigt Vorfahrt vor ökonomischen Effizienzdenken.“ Weiterhin ist nicht nur die Bildungsdauer zu fokussieren, sondern auch die Bildungsinhalte.

Resümee

Der bayerischen Bildungspolitik ist es zwar gelungen, wiederum einen Spitzenplatz im bundesweiten Ranking einzunehmen, was hoch anzuerkennen ist. Aber es sind, wie die Ausführungen zeigen, noch weitere Verbesserungen erforderlich, um die Unterrichts- und Schulqualität zu sichern und weiter zu entwickeln. Zu denken ist dabei an die Ausstattung von Schulen mit personellen Ressourcen (bedarfsgerechte Lehrerversorgung, intensive und zielgerichtete Fortbildung der Lehrkräfte, Lehrerbildung, Anrechnungsstunden für pädagogische Entwicklungsmöglichkeiten etc.) und sächlichen Ressourcen (Modernisierung der Schulen, zeitgemäße Ausstattung von Fach- und allgemeinen Unterrichtsräumen, leistungsfähige Ausstattung der Schulverwaltung etc.). Hierzu müssen jedoch alle an den Bildungsprozessen beteiligte Akteure sei es auf der Makro-, Meso- oder Mikroebene verantwortungsbewusst kooperieren. Dabei dürfen die zu treffenden Entscheidungen nicht nur die ökonomischen Ziele folgen, sondern es ist zu berücksichtigen, dass der Bildungsauftrag der Schule wesentlich umfassender ist und nicht nur das fachlich verwertbare Wissen beinhaltet, sondern auch die Persönlichkeitsbildung und Identitätsentwicklung der Schüler. An der weiteren Verbesserung des bayerischen Bildungssystems wird sich der VLB intensiv beteiligen, wenn festzustellen ist, dass die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden und hierfür die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung stehen.

 

Neue Herausforderungen im Schuljahr 2015/16

Geschrieben von Super User

Sie sind – so hoffe ich – als aktive Mitglieder unseres Verbandes gut ins Schuljahr 2015/16 gestartet, genießen als neue Pensionistin oder als Pensionist ihre ersten Tage im wohlverdienten Ruhestand oder halten dem VLB, obwohl sie schon einige Jahre im Ruhestand sind, weiterhin die Treue. Ausdrücklich begrüße ich zum neuen Schuljahr unsere neuen Kolleginnen und Kollegen, Referendare und Studenten und hoffe, Sie schließen sich bald unserem Verband an. Zu den entsprechenden Einführungsveranstaltungen sind sie herzlich eingeladen.

Berufsschulpflichtige Flüchtlinge und Asylbewerber
Bereits mehrmals haben Sie in der Presse und den letzten Ausgaben von „vlb-akzente“ über das Thema „Berufsschulpflichtige Flüchtlinge und Asylbewerber“ Artikel und Praxisberichte lesen können. Den VLB und die Lehrpersonen in den sogenannten „BAF-Klassen“ (neu: Berufsintegrationsklassen) beschäftigt dieses Thema und die damit verbundenen Herausforderungen nicht – wie die meisten Medien – erst, seitdem der Flüchtlingsstrom ein derartiges Ausmaß annimmt, dass am Wochenende vor Redaktionsschluss allein in München etwa 40.000 Flüchtlinge erwartet werden.
Bereits frühzeitig hat der VLB die zusätzlichen Stellen und Mittel für den Unterricht von jungen Flüchtlingen und Asylbewerben eingefordert und versucht, die Politik in die Pflicht zu nehmen. Für das Schuljahr 2015/16 hat das Kultusministerium weitere 147 Lehrerstellen für Berufsschulen bereitgestellt und so die Anhebung auf 440 Berufsintegrationsklassen ermöglicht. Dabei nehmen die jungen Asylbewerber und Flüchtlinge an einem zweijährigen bundesweit anerkannten Programm teil, erlernen Deutsch, sollen einen Einblick in die Berufswelt erhalten und möglichst bald in der Gesellschaft integriert werden. Dies gelingt allerdings nur dann, wenn sich unsere Kolleginnen und Kollegen in den Berufsintegrationsklassen auch weiterhin so vorbildlich für die in Not geratenen Menschen engagieren und die Sachaufwandsträger in der Lage und willens sind, die notwendigen Ressourcen, insbesondere Räumlichkeiten – sprich Klassenzimmer – zur Verfügung zu stellen.

„Perspektive Beruf für junge Asylbewerber und Flüchtlinge“„Inklusive berufliche Bildung in Bayern“
Der VLB begrüßt ausdrücklich das Projekt „Perspektive Beruf für junge Asylbewerber und Flüchtlinge“, das das Kultusministerium und die Stiftung Bildungspakt Bayern durchführen, um besonders wirksame Instrumente und Konzepte für den Unterricht und die Förderung junger Asylbewerber und Flüchtlingen zu entwickeln und zu erproben. Dies gilt auch für die Fortführung des Projekts „Inklusive berufliche Bildung in Bayern“, bei dem Regelberufsschulen und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung an neun Standorten in Tandems Modelle entwickeln, wie inklusiver Unterricht an beruflichen Schulen bestmöglich so gestaltet werden kann, dass alle Schülerinnen und Schüler einen regulären Berufsabschluss erreichen können.

Herausforderung Sprache
Sie nennen sich Berufsintegrationsklassen, Übergangsklassen, in Baden-Württemberg VAB-Klassen (Vorqualifikation Arbeit und Beruf), deren gemeinsames Ziel gleich ist: Die Schülerinnen und Schüler sollen in einem Jahr auf das Sprachniveau  A 1 nach dem europäischen Referenzrahmen gebracht werden und im zweiten Jahr dann das Sprachniveau A2 oder B1 anstreben. Ein solches Sprachniveau ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Berufsausbildung im dualen System. Weiter ist auch während der Berufsausbildung bzw. während des Besuchs weiterführender Schulen eine begleitende Sprachförderung unabdingbar. Dafür benötigen die beruflichen Schulen entsprechende Ressourcen. Die dazu nötigen zusätzlichen Lehrkräfte könnten in einem dreimonatigen Kurs in „Deutsch als Zweitsprache“ ausgebildet werden, damit man sie flexibel an den Brennpunkten einsetzen kann. Dazu fordert die abl (Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände) eine „Task Force“!

Betreuung und Fortbildung für Lehrkräfte
Der Umgang mit oft traumatisierten Flüchtlingskindern erfordert ein umfassendes Betreuungskonzept. Die Lehrkräfte müssen auf diese Aufgabe vorbereitet werden, denn im Rahmen ihrer Ausbildung standen diese spezifischen Problemlagen bisher kaum im Fokus. Deshalb ist sowohl die Lehrerausbildung als auch die Lehrerfortbildung auf diese neue Herausforderung auszurichten. Die Lehrkräfte allein können sich nicht um alle Belange ihrer Schüler kümmern, die ohne Deutschkenntnisse, oftmals auch unbegleitet in den Gemeinschaftsunterkünften ankommen. Hier benötigen die Jugendlichen eine Betreuung durch Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen.

Nachwuchssorgen zu Beginn des Ausbildungsjahres
Seit Jahren gibt es mehr freie Ausbildungsstellen als unversorgte Bewerber. Neu-Azubis und Studienanfänger sind inzwischen zahlenmäßig gleich auf. Besonders betroffen vom Fachkräftemangel sind Handwerks- und Dienstleistungsberufe. Mehr als jeder zweite junge Münchner besucht inzwischen ein Gymnasium, aber nur jeder zehnte Gymnasiast aus den höheren Jahrgängen will nach dem Abitur eine Berufsausbildung beginnen. Diese und ähnliche Meldungen könnten beliebig vorgesetzt werden. „Muss die Lehre jetzt in die Lehre“ wie eine überregionale Tageszeitung unlängst titelte. Ohne an dieser Stelle das Thema Fachkräftemangel versus Akademikerschwemme zu beklagen, kann zweifelsohne festgestellt werden, dass die Attraktivität und die Wertschätzung der dualen Berufsausbildung durchaus gesteigert werden kann. Mit diesem Thema wird sich auch der VLB zukünftig vermehrt beschäftigen und Vorschläge machen, wie dies gelingen könnte.

Schwierige Situation für die bayerische Wirtschaftsschule
Die Umsetzung der curricularen Reform der bayerischen Wirtschaftsschule ist seit dem letzten Jahr mit der Einführung des kompetenzorientierten Lehrplans in der Jahrgangsstufe 7 in vollem Gange. Der zweite Schritt erfolgt in diesem Schuljahr mit der Umsetzung für die Jahrgangsstufe 8. So attraktiv das Bildungsangebot der Wirtschaftsschule auch ist - die bildungspolitischen Weichenstellungen der Vergangenheit und Gegenwart führen die Schüler nicht zur Wirtschaftsschule. Vergleicht man die Anmeldezahlen zum Ende der offiziellen Einschreibezeit, so stellt man gerade in den genannten Jahrgangsstufen einen dramatischen Rückgang der Schülerzahlen fest: In der vierstufigen Wirtschaftsschule (Jgst. 7) waren es 2010 ca. 3.770 Anmeldungen. 2015 sind es nur noch ca. 1.600 Schüler. Während es 2010 in der dreistufigen Wirtschaftsschule (Jgst. 8) ca. 1.060 Anmeldungen gab, sind 2015 nur noch ca. 400 Schüler zu verzeichnen.

Wirtschaftsschule bietet innovatives Bildungsangebot
Nach Auffassung des VLB haben die Entwicklungsperspektiven anderer Schularten – zu oft und auch zu Lasten der Wirtschaftsschule – Priorität genossen. Dies rächt sich nun. Sehenden Auges läuft das Bildungsland Bayern Gefahr, sich eines bedarfsgerechten und innovativen Bildungsangebots zu berauben. Vor diesem Hintergrund appelliert der VLB eindringlich an die Verantwortlichen in Ministerium und Politik, dieser Entwicklung nicht tatenlos zuzuschauen oder gar Vorschub zu leisten.
Bayerische Schulen im bundesweiten Vergleich auf Topplätzen
Zum Schluss noch eine positive Meldung zu den bayerischen beruflichen Schulen: Der Bildungsmonitor 2015 (siehe auch Seite 6) der Initiative Neue Sozial Marktwirtschaft belegt, dass Bayerns Schulen führend bei der beruflichen Bildung, effizientem Einsatz von Steuermitteln und sehr guten Bildungschancen für alle Schüler sind. Diese führende Stellung der beruflichen Schulen kann nur gehalten werden, wenn genügend Ressourcen zur Verfügung stehen und da sehen wir als VLB immer noch Nachholbedarf.

Alles Gute für Sie und einen positiven Verlauf des neuen Schuljahrs.

Fortbildungsprogramm der 3malE-Akademie 2015/2016

Geschrieben von Super User

Auch im neuen Schuljahr bieten wir eine Vielzahl von Fortbildungen und praxisnahen Workshops zu zukunftsorientierten Themen an. Das Programm richtet sich an Schulleitungen, Lehrkräfte und pädagogisches Personal in Kitas, aber auf vielfachen Wunsch auch an Eltern und Schüler. So können sich SchulleiterInnen in Managementseminaren, die sich die letzten Jahre sehr bewährt haben, zu den Themen Kommunikation und Führung weiterbilden. Lehrkräfte, insbesondere aus dem MINT-Bereich, haben die Möglichkeit, sich über den Status quo der Energiewende und über Energietechnologien der Zukunft zu informieren. Aber auch Lehrkräfte geistesgeschichtlicher Fächer werden im Fortbildungsprogramm der 3malE-Akademie fündig: Führung im Fugger und Welser Erlebnismuseum, Workshop für WahlkursleiterInnen von Schülerzeitungen u.v.m.

Ganz besonders möchten wir die Lehrer der weiterführenden Schulen auf den Workshop Poetry-Slam hinweisen, der bereits am 27.10.2015 von 9:00 bis 15 Uhr in der LEW-Unternehmenszentrale in Augsburg stattfindet. 

Unter www.lew-3malE.de/akademie oder unter FIBS (https://fibs.alp.dillingen.de/  unter dem Stichwort „3malE“) können sich Lehrkräfte über unsere Fortbildungsangebote informieren! Über FIBS besteht die Möglichkeit, sich zu den Fortbildungen, die für Lehrer kostenfrei sind, anmelden. Lediglich für die Managementseminare fällt eine geringe Tagungspauschale an.

Fortbildungen für SchulleiterInnen: Managementseminare
Modul 1: Komplexe Managementkommunikation
Kommunizieren im Kollegium: Fr., 08.04.2016
Modul 2: Frauen in Führungspositionen
Frauen führen anders – führen Frauen anders? Sa., 09.04.2016
 
Fortbildungen für Lehrkräfte zu den Themen Energie- & Umweltkompetenz
Unter dem Motto Energiekompetenz aus erster Hand veranstalten wir eine Fortbildungsreihe zu regionalen Energieschauplätzen, die es Lehrkräften aller Schularten ermöglicht, sich ein realistisches und detailliertes Bild vom regionalen Energiesektor zu machen und ihr Energiewissen auf den aktuellen Stand zu bringen. Die Fortbildungen setzen sich fast immer aus Vorträgen und einem Praxisteil zusammen. Zum Teil können Orte besichtigt werden, die nicht jedermann und jederzeit offenstehen:
•        Theoretische Hintergründe zur Energiewende: Do., 10.03.2016
•        Energiewende erfahren: Di., 12.04.2016
•        Wasserkraft und Natur: Do., 16.06.2016
•        Elektromobilität: Di., 05.07.2016
 
Mit den 3malE-Bewegungspausen können Grundschullehrer und Lehrer der 5. und 6. Klasse mit ihren Schülern konzentrationsfördernde Bewegungspausen während des Unterrichts einlegen.
In unserem Workshop erhalten Lehrer Hintergrundinformationen zum Thema „Konzentration & Bewegung“ und wichtige Hinweise, die über den reinen Übungsablauf hinausgehen.
Workshop 3malE-Bewegungspausen: Di., 26.01.2016
 
Bildung, Kultur & Medienkompetenz
 
•        Führung im Fugger und Welser Erlebnismuseum: Do., 14.01.2016
•        Vortrag Cybermobbing: Di., 01.03.2016
•        Workshop für WahlkursleiterInnen von Schülerzeitungen: Do., 25.02.2016
 
 
10 Jahre LEW-Bildungsinitiative 3malE!
Zu diesem erfreulichen Anlass wurde das Programm-Magazin #BILDUNGSZEIT konzipiert, dessen Lektüre wir Ihnen ans Herz legen.
Die Bildungsinitiative mit attraktiven Angeboten für die gesamte Schulfamilie fördert aktiv die Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft. Dass BILDUNG bei LEW groß geschrieben wird, zeigen die Programme der Bildungsinitiative, die kontinuierlich für Sie von uns weiterentwickelt werden und sich zudem an aktuellen Themen orientieren.
Sie können sich das Jubiläumsmagazin hier downloaden oder Ihr persönliches Exemplar kostenfrei bestellen unter: www.lew-3malE.de/shop oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

VLB Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
Dachauer Straße 4 Ι 80335 München Ι Telefon 0 89-59 52 70 Ι Telefax 0 89-5 50 44 43 Ι Email info(at)vlb-bayern.de