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Gemeinsame Fachtagung von VLB und BLV: Individuelle Förderung an beruflichen Schulen

Geschrieben von Super User

Die „Individuelle Förderung an beruflichen Schulen“, eine ressourcenfordernde und -stärkende Wegbegleitung, stand im Fokus der dritten Fachtagung des BLV Baden Württemberg am 26.10.2015 in Ulm.

Geplant und ausgeführt wurde diese in Kooperation mit dem Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB). Aus dieser guten Zusammenarbeit entstand der beidseitige Wunsch, weitere Tagungen zu konzipieren.

Die einführenden Worte wurden vom BLV-Vorsitzenden Herbert Huber und dem Vorsitzenden des Verbandes der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB), Jürgen Wunderlich, gesprochen. Die aktuelle Situation der wachsenden Anzahl von jugendlichen Flüchtlingen wurde hier als neue Anforderung auch an die individuelle Förderung in den Mittelpunkt gestellt. Der ohnehin große Bogen der Heterogenität unserer Schülerschaft wird hier in einem neuen Spannungsfeld stehen.

Förderung und Finanzierung

Ministerialdirektor Klaus Lorenz hat in seinem Vortrag die Entwicklung der individuellen Förderung aus der Sicht des Ministeriums für Kultus und Sport in Baden-Württemberg aufgezeigt. Als Schwerpunkt benennt er die positive Entwicklung der individuellen Förderung, da in steigendem Maße Mittel für diese Schüler bereitgestellt werden. Lorenz verwies in diesem Zusammenhang auf die richtungweisende Arbeit und die Empfehlungen der Enquetekommission „Fit fürs Leben in der Wissenschaftsgesellschaft – berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung“ aus den Jahren 2009-2010.

Aufgrund der Empfehlungen zur individuellen Förderung ist ein Bündel von Initiativen entstanden, die seitens des Kultusministeriums bisher durch drei Fachtagungen unterstützt wurden, eine vierte sei in der Planungsphase. Der Schüler steht durch diese verstärkte Fokussierung auf die individuelle Förderung zunehmend im Mittelpunkt, es ist ein Wechsel vom früheren Paradigma der Homogenität zur Inhomogenität als Basis des pädagogischen Handelns.

Obwohl das Spektrum der beruflichen Schulen breit ist, liegt der Fokus der Politik und die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit in starkem Maße im Bereich der Beschulung von den Jugendlichen aus bildungsfernem Umfeld, den Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderungsbedarf, mit und ohne Migrationshintergrund. VAB, VABO, AVdual, der Schulversuch BFPE sowie Indus als Unterstützung in der Berufsschule und die „Mathebrücke“ mit Übungsaufgaben als eine Lernplattform, die der Erleichterung des Übergangs in die beruflichen Oberstufen dienen soll, seien hier als Beispiele genannt.

Initiierung von selbst gesteuerten Lernprozessen

Die Förderung braucht Zeit, Konzepte und Ressourcen. Abbruchquoten von 20%, wie in der Oberstufe, sollen verringert werden. Mehr selbst gesteuerte Lernprozesse werden deshalb in der Oberstufe initiiert. Es gibt Spielräume für die individuelle Förderung, die das Ministerium für Kultus und Sport von den Schulen möglichst flexibel handhaben lassen will.

Mit dem Blick auf den einzelnen Schüler werden Qualitätsdimensionen, Beziehungsgestaltung, Lernzeitgestaltung sowie Lernweganalysen so verstärkt für eine präzise Förderung in den Blick genommen. Schülerspezifische Aufgaben erschaffen in ihrer Konsequenz auch ein für alle förderliches Lernklima. Deshalb wird den Schulen bei den Entwicklungen ihrer Konzepte möglichst viel Freiraum gelassen.

Die Nutzung digitaler Endgeräte soll in starkem Maße in der Zukunft den Unterricht ergänzen. In den ersten Tranchen erproben berufliche Gymnasien den Tableteinsatz. Die Kosten der Ausstattung werden durch die Schulträger geleistet. Als einen nächsten Schritt soll der Tableteinsatz auch in den Berufsschulen eingeführt werden.

Lernen ohne Lehren

Der anschließende Vortrag von Prof. Dr. Rolf Arnold stellte die Bedeutung der Selbststrukturierung der Schüler (konstruktivistischer Ansatz), die systemische Pädagogik sowie eine Neustrukturierung der Rolle des Lehrers in den Vordergrund.

Der Begriff der Professionalität muss neu gedacht werden. Die berufliche Bildung ist der Vorreiter der Veränderungsbewegung in Deutschland. Auch die Vorstellung über den Begriff des Berufs steht vor einer Veränderung. Es gibt unheilige Allianzen zwischen empirischer Forschung und Schulaufsicht. Zahlen und Fakten decken sich hier nicht immer mit der Wirklichkeit. Hingegen bleibt der Trend „so bleiben zu wollen, wie man ist“, nicht nur bei den Schülern ungebrochen.

Dass das Lehren eine notwendige Voraussetzung für das Lernen sei, ist, entgegen wissenschaftlicher Erkenntnis, noch eine weithin verbreitete Vorstellung.

Als Beispiel erwähnt Prof. Dr. Arnold seinen Umgang mit Arbeitsgruppen: Wenn er um Hilfe gebeten wird, lässt er sich das Problem darlegen, verlässt dann den Raum mit einem simulierten Schwächanfall und kehrt erst nach einiger Zeit zurück. Meist haben die Gruppen sich in der Zwischenzeit selbst organisiert und das Problem gelöst. Hier sei auch ein offener Erwartungshorizont wichtig, denn es kommt nicht immer genau das heraus, was geplant war, dafür jedoch oft Neues und Umfassenderes. Es lohne sich für die Gruppe, wenn die Lehrperson dieses Risiko einginge.

Kompetenzen entwickeln sich von selbst

Worum geht es, wenn man individuell fördert? Das Individuum soll so in Erscheinung treten können und dürfen, wie es ist. Alles, was wir vermitteln, unterliegt einer schnellen Veralterung. Wissen ist fluide (und dies ist keine Gefahr). Auch sind Wissen und Kompetenz keine Gegensätze. Um kompetent handeln zu können, brauchen wir Expertisewissen. Man kann viel wissen ohne kompetent zu sein. Die Kompetenzreifung wird hier zum Schlüsselbegriff.

Entwicklungsländer, in die das Duale System exportiert werden soll, müssen in ihrem Sein wahrgenommen werden und ihren eigenen Entwicklungsprozess gestalten. Berufliche Bildung und Gewerbeförderung sind hier ein spannender systemischer Ansatz.

Die Vorstellung, dass Systeme den Schülern aufoktroyiert werden können, ist dysfunktional. Jedes Lernen ist ein Selbstlernen. Das Lehren ist keine Voraussetzung für das Lernen.

Arbeiten in Workshops

Am Nachmittag konnten im Rahmen der Workshops Inhalte vertieft und Erfahrungen gesammelt werden.

Wir danken der Referentin und den Referenten sowie den Workshopleiterinnen und Workshopleitern für ihre Vorträge und ihr Engagement.

Wir danken Tim Hybl und Alexander Konzack und ihren Mitarbeitern von der BB Bank für ihre finanzielle Unterstützung, die es uns ermöglichte, im architektonisch großzügig gestalteten Stadthaus Ulm die Vorträge und das gemeinsame Essen stattfinden lassen zu können.

Nicht zuletzt danken wir Markus Pfeil, dem Schulleiter der Friedrich-List-Schule in Ulm, der uns am Nachmittag in seinem Schulhaus Räume für unsere Workshops überlassen hat.

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VLB Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
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