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Zehn-Punkte-Programm des Deutschen Lehrerverbandes (DL) und seiner vier Mitgliedsverbände

Geschrieben von Super User

Zehn-Punkte-Programm des Deutschen Lehrerverbandes (DL) und seiner vier Mitgliedsverbände
DPhV, VDR, BLBS und VLW zur Integration heranwachsender Flüchtlinge in das Schulwesen:
Lehrerverbände fordern Masterplan zur Integration heranwachsender Flüchtlinge in das Schulwesen

Der Deutsche Lehrerverband (DL) und seine Mitgliedsverbände des allgemeinbildenden und des berufsbildenden Schulwesens (DPhV, VDR, BLBS und VLW) fordern von Bund, Ländern und Kommunen jenseits aller verfassungsrechtlichen Komplikationen die Entwicklung und Umsetzung eines Masterplans zur Integration heranwachsender Flüchtlinge in das Schulwesen. Ohne erhebliche finanzielle Mittel kann ein solcher Plan nicht gelingen. Mit Umschichtungen in den Haushalten ist es nicht getan. Ebenso wenig kann diese Aufgabe von ehrenamtlichen Kräften, die oft schon vorbildlich tätig sind, bewältigt werden.

Die Verbände empfehlen dazu die zehn folgenden Überlegungen und Initiativen.

  1. Auch wenn die Zahl der betroffenen Heranwachsenden nicht exakt bezifferbar ist, stellt sie doch mit geschätzt 200.000 bis 300.000 quantitativ eine große Herausforderung für die allgemeinbildenden und für die berufsbildenden Schulen dar. Diese Zahl kann nicht dadurch kleingeredet werden, dass es sich dabei „nur“ um zwei bis drei Prozent aller Schüler in Deutschland handle.
  2. Die besondere Herausforderung besteht darin, dass es sich hier hinsichtlich kultureller, religiöser und geographischer um sehr heterogene Populationen handelt, die zu erheblichen Teilen noch kaum alphabetisiert sind, kaum Deutsch sprechen und vielfach traumatisiert sind.
  3. Vor diesem Hintergrund kommt eine unmittelbare Integration von Kindern und Jugendlichen dieser Populationen nur in wenigen Ausnahmefällen in Frage. Der größte Teil dieser Populationen braucht vor der Integration ins Regelsystem eine halb- bis zweijährige Vorbereitungszeit.
  4. Das A und O der späteren Inte-
    gration ins Regelsystem sind das wenigstens rudimentäre Beherr-schen der deutschen Sprache sowie Basiskenntnisse über deutsches und europäisches Recht, deutsche und europäische Geschichte, deutsche und europäische Geographie sowie deutsche und europäische Kultur.
  5. Der Erwerb der deutschen Sprache setzt in der Regel einen 600 bis 800 Stunden umfassenden Unterricht in Deutsch als Zweitsprache voraus. Dieser Unterricht sollte in überschaubaren eigenen Gruppen über ein Jahr hinweg stattfinden und von Lehrern mit entsprechender Qualifikation gestaltet werden.
  6. Um entsprechende Lehrkräfte verfügbar zu haben, sollten einige Tausende sonst beschäftigungslose junge Deutschlehrer per Fortbildung in die Methodik des Faches Deutsch als Zweitsprache gewonnen werden. Diesen  jungen Lehrern sollten Jahresverträge angeboten und für spätere Bewerbungen um Planstellen ggf. Boni eingeräumt werden. Die dafür notwenigen Mittel können durch Nachtragshaushalte zur Verfügung gestellt werden. Notwendig sind ferner Dolmetscher, Sozialpädagogen und Psychotherapeuten.
  7. Die Anwerbung dieser Kräfte darf nicht erst im Frühsommer 2016 erfolgen, weil diese Lehrkräfte zu diesem Zeitpunkt bereits als Aushilfskräfte oft schon unter Vertrag stehen. Entsprechende Maßnahmen müssen zur Jahreswende 2015/2016 starten.
  8. Die Integration junger Flüchtlinge ins Schul- und Bildungswesen kann nur gelingen, wenn diese Her-anwachsenden gleichmäßig über alle Regionen verteilt werden. Eine Bündelung größerer Gruppen in einzelnen Schulen gefährdet die Integration.
  9. Die Integration ins spätere Regelschulwesen setzt voraus, dass jeder einzelne heranwachsende Flüchtling die zu ihm passende Schulform bzw. den zu ihm passenden Ausbildungsweg findet. Um diese Passung zu erreichen, bedarf es individueller Potenzialanalysen, die von Schulberatern, Schulpsychologen und Berufsberatern erstellt werden.
  10. Eine zum Zwecke rascherer Integration verschiedentlich diskutierte vorübergehende Absenkung schulischer Ansprüche ist nicht zielführend: Damit würden sowohl für die Stammschüler wie auch für die heranwachsenden Flüchtlinge die späteren Chancen zur Vermittlung in weiterführende Bildungseinrichtungen geschmälert.    -rtr-
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VLB Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
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