Berufliche Schulen stehen 2016 vor großen Herausforderungen

Geschrieben von Super User

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zunächst möchte ich Ihnen allen noch ein gutes neues Jahr wünschen. Das Jahr 2016 bietet wieder viele Herausforderungen, die wir meistern müssen – und – werden!

Mehr berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge

Werden derzeit ca. 8.100 Schüler in 440 Klassen beschult, so sollen es zum neuen Schuljahr ca. 24.000 Schüler in 1.200 Klassen werden. Dies wird wohl eine der größten Aufgaben sein, die wir in diesem Jahr meistern und bewältigen müssen.

Wir Lehrkräfte an beruflichen Schulen werden uns dieser Mammutaufgabe stellen, aber es geht nicht ohne Unterstützung. Der VLB und der HPR hat in Gesprächen mit Ministerpräsident Horst Seehofer und Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle dabei folgende Forderungen vorgebracht:

  • Mehr Lehrpersonal mit DaZ- bzw. DaF-Qualifikation.
  • Schulungen für unsere Kolleginnen und Kollegen.
  • Unterstützung in Form von Dolmetschern, Sozialpädagogen und Schulpsychologen.
  • Finanzielle Mittel, um auch während des Schuljahres flexibel reagieren zu können.
  • Mehr Klassenzimmer zur Beschulung dieser Schülerinnen und Schüler.
  • Eine zeitliche Entlastung für Lehrkräfte, welche in diesen Klassen eine Klassenleitung haben.

Keine Benachteiligung der Azubis mit Lehrvertrag

Bei einem VLB-Gespräch mit der HWK Niederbayern/Oberpfalz wurde u. a. festgestellt, dass die Beschulung dieser Schülerinnen und Schüler zu keiner Benachteiligung der Auszubildenden mit Lehrvertrag führen darf. Ebenso ist zu überlegen, was mit denjenigen Asylbewerbern und Flüchtlingen geschieht, die nach den zwei Jahren Beschulung noch nicht ausbildungsreif sind. Bisherigen Erfahrungen zeigen, dass derzeit höchstens 20 % nach 2 Jahren für eine duale Ausbildung geeignet sind.

Weiterhin ist darüber nachzudenken, wie auch Gymnasien oder Realschulen viel stärker mit ins Boot geholt werden können. Auch an diesen Schulen können Klassen speziell für schulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge bis zum 18. Lebensjahr geführt werden, die die deutsche Sprache und unsere Werte vermitteln.

Lehrerversorgung optimieren

Leider haben wir an den beruflichen Schulen immer noch keine 100-prozentige Lehrerversorgung. Obwohl sich die Situation aufgrund des offenen VLB-Briefes im Juli 2015 etwas entspannt hat, brauchen wir dringend weiterhin Berufsnachwuchs. Dazu müssen Planstellen und finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, um den Berufsnachwuchs für die beruflichen Schulen zu gewinnen. So werden zum neuen Schuljahr wieder Sondermaßnahmen durchgeführt. Dies kann jedoch auf Dauer nicht der richtige Weg sein, um dem Bedarf zu decken. Wir müssen es endlich schaffen, junge Leute von einem Lehramtsstudium für berufliche Schulen zu überzeugen. Dazu gehört auch, dass die Anforderungen und der Ablauf des Studiums überdacht werden. Die Studentengruppe des VLB wird dazu demnächst einige Vorschläge unterbreiten.

VLB-Berufsbildungskongress 2016 in Deggendorf

Am 25. und 26. November 2016 findet der VLB-Berufsbildungskongress in Deggendorf statt. Dazu laufen die Planungen bereits auf Hochtouren. Neben den Weichenstellungen für die weitere Verbandsarbeit werden die Wahlen für die Verbandsgremien ein Schwerpunkt des Kongresses sein.

Personalratswahlen 2016

Das zweite herausragende Ereignis 2016 sind die Personalratswahlen. Es werden

  • die örtlichen Personalräte,
  • die Bezirkspersonalräte
  • und der Hauptpersonalrat neu gewählt.

Viele Kolleginnen und Kollegen stellen sich wieder mit ihrem guten Namen zur Wahl. Dafür möchten wir Ihnen allen schon jetzt herzlich danken. Bitte beteiligen Sie sich an der Wahl, gerne auch per Briefwahl. Nur mit Ihrer Stimme können sich unsere Personalräte auch in Zukunft um Ihre Probleme, Wünsche oder Sorgen kümmern. (siehe auch S. 6)

Zusammenarbeit mit unserem „Dualen Partnern“

Was für andere Schularten die Elternvertretung ist, ist für uns der „Duale Partner“. Nur wenn wir es schaffen, auch unsere Dualen Partner, wie IHK, HWK oder einzelne Ausbildungsbetriebe, mit ins Boot zu holen wird es gelingen unsere Forderungen noch besser durchzusetzen. Versäumen Sie es deshalb nicht, immer wieder bei Gesprächen mit den Vertretern unserer Dualen Partner auf unsere berechtigten Forderungen hinzuweisen.

Gemeinsam werden wir auch das Jahr 2016 erfolgreich meistern. Wir sind Profis, die sich den Herausforderungen stellen! Kollegen eine Überforderung und Überlastung werden.

Viel Glück, Gesundheit und Erfolg für das neue Jahr,

Ihr Christian Wagner

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