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Hauptveranstaltung der VLB-Fachtagung „Berufliche Bildung“ in Weiden: „Wer den größten Teil der Last schultern muss, braucht selbstverständlich auch die meisten Ressourcen!“

Geschrieben von Dr. Siegfried Hummelsberger

Wenn der VLB kommt, strahlt die Sonne in der Oberpfalz – zur Fachtagung „Berufliche Bildung“ in der Europa-Berufsschule zeigte sich Weiden von seiner schönsten Seite. Die Hauptveranstaltung stand – wie von den Berufsbildungskongressen her gewohnt – im Zeichen der Bildungspolitik.

Für die berufliche Bildung ist das Beste gerade gut genug
Nach der musikalischen Einführung durch den Posaunenchor begrüßte Sophia Altenthan, BV-Vorsitzende der Oberpfalz, die zahlreich anwesenden Gäste und bedankte sich beim Hausherren und den Organisatoren für die Ausrichtung. In launiger Art schloss sich Josef Weilhammer, Schulleiter der Europa-Berufsschule Weiden, an und betonte insbesondere die Bedeutung hochqualifizierter Lehrkräfte: „Für die berufliche Bildung ist das Beste gerade gut genug.“ Beispielhaft zeigte er das Engagement und die Qualifikation der Lehrkräfte an beruflichen Schulen an Beispielen aus seiner eigenen Schule, von Unterrichtsprojekten bis hin zum Engagement in Flüchtlingsklassen. „Das Geheimnis unseres Erfolgs in der Dualen Bildung sind die herausragenden Pädagogen – dafür einen herzlichen Dank!“

„Wir schaffen das!“
Auch der Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß betonte in seinem Grußwort Flexibilität und Qualität der beruflichen Bildung in Zeiten der industriellen Revolution 4.0, der Inklusion und des Strukturwandels – dies alles stelle die Schulen vor gewaltige Herausforderungen. Mit nachdenklichen Worten ging Seggewiß insbesondere auf die Flüchtlingsthematik ein, lobte die Berufsschulen für ihr hohes Engagement und wies nachdrücklich darauf hin, dass die Demokratie die Lösung und nicht das Problem sei: „Wenn aber Sozialneid propagiert wird, ist das der Nährboden für Extremismus.“

Kaufmännische Fachtagung zur beruflichen Fachtagung umgebaut
Jürgen Wunderlich, VLB-Vorsitzender, erklärte zunächst, warum die bisherige ‚kaufmännische Fachtagung’ des VLB zur einer ‚beruflichen Fachtagung’ umgebaut wurde; Hintergrund sind die Bestrebungen, den kaufmännischen und gewerblichen Teil noch stärker zusammenzuführen, gerade auch im Hinblick auf die Entwicklungen in den Bundesverbänden. Wunderlich verzichtete auf eine „große Rede“, griff aber ebenfalls das Thema Flüchtlingsbeschulung auf und wies darauf hin, dass die Berufsschulen hier nicht nur zahlenmäßig die größten Anstrengungen aller Schularten leisten müssen. „Wer den größten Teil schultern muss, braucht auch die meisten Ressourcen! Der größte Teil der zusätzlichen Stellen muss an die Berufsschulen fließen.“ Wunderlich fasste zusammen, was für eine adäquate Beschulung der Flüchtlinge unabdingbar ist: Deutschlehrkräfte, möglichst mit DaF/DaZ-Qualifikation; Sozialpädagogen und Schulpsychologen; ausreichend Räumlichkeiten; flexibel und pragmatisch einsetzbare finanzielle Eigenmittel; schließlich ausreichende einschlägige Fortbildungen.

Berufliche Bildung stärkt die Regionen
Anschließend gaben zwei junge Schülerinnen der Europa-Berufsschule Weiden einen Einblick in ihre Ausbildung, stellten einige Projekte vor – so beispielsweise das Projekt der Verpflegung der Veranstaltungsteilnehmer, die sie zusammen mit ihren Lehrkräften organisierten. Unter dem Motto „Der VLB knackt jede Nuss“ wurden während der folgenden Musik passende Geschenke („Nussknacker“) an die anwesenden Gäste verteilt.

Berufliche Weiterbildung ist praktizierte Chancengerechtigkeit
Den Hauptpart übernahm, in Vertretung für den verhinderten Chef der Abteilung im Kultusministerium German Denneborg, dessen Stellvertreter Ltd. Min. Dir. Werner Lucha, der den bayerischen beruflichen Schulen gleich zum Eingang herausragende Leistungen bestätigte: „Die bayerische Berufsbildung ist Spitze!“ Bayern liege nach den Vergleichszahlen des Ministeriums bundesweit an der Spitze, eine Ausbildungsquote von 73,3 % und eine Erfolgsquote von 91,4 % seien deutschlandweit top. Damit sei die berufliche Bildung „praktizierte Chancengerechtigkeit“, insbesondere auch durch die Möglichkeiten, die die weiterführenden beruflichen Schulen böten. Beispielsweise gebe es inzwischen rund 160 Klassen bei den doppelt-qualifizierenden Bildungsgängen, die dem Ministerium „lieb, aber auch teuer“ seien. Ein Anlass zur Sorge sein allerdings die stetig sinkende Anzahl von Auszubildenden im dualen System; prognostiziert waren bis zu 9 % Schülerrückgang, durch die Flüchtlinge ergebe sich momentan jedoch ein Plus von etwa 4 %.

Der Schülerrückgang an den Wirtschaftsschulen bereitet Sorgen
Weiterhin problematisch bleibe die Situation an der Wirtschaftsschule, die als Schulart eine bundesweit einzigartige Besonderheit im bayerischen Schulsystem sei: „Der Schülerrückgang  von über 20 % an den Wirtschaftsschulen bereitet uns Sorgen! Lassen Sie es trotzdem bei 4 Jahrgangsstufen – machen Sie aus der bewährten Wirtschaftsschule keine schlechtere Imitation der Realschule ohne berufliches Profil!“ Ziel müsse vielmehr sein, so Lucha, das beruflich-kaufmännische Profil noch weiter zu stärken.
Massiver Zuwachs sei dagegen bei den Beruflichen Oberschulen zu verzeichnen, insbesondere bei der FOS. Inzwischen kämen 43 % aller bayerischen Hochschulzugangsberechtigten aus dem beruflichen Bereich – Tendenz steigend. Auch die neuen Fachrichtungen Gesundheit und internationale Wirtschaft kämen gut an.

Zusätzliche Flüchtlingsklassen sollten nicht zu Lasten der Regelberufsschüler gehen
Zudem ging Lucha auf die hoch aktuelle Flüchtlingssituation ein: Seit September würden etwa 29.000 berufsschulpflichtige Flüchtlinge und Asylbewerber in rund 440 neuen Klassen beschult – bei noch beständig wachsenden Zahlen. Zu schaffen sei das nicht ohne zusätzliches Personal, wenn man nicht an anderer Stelle Qualitätseinbußen hinnehmen wolle. Der Freistaat stelle im Nachtragshaushalt rund 490 Mio. Euro für diesen Bereich ein, 100 Mio. davon im Etat des Kultusministeriums, um schrittweise bis zu 1200 Klassen einrichten zu können. Problematisch sei natürlich der Mangel an Berufsschullehrkräften.

Danke für die unvorstellbare Leistung bei der Flüchtlingsbeschulung
Die Flüchtlingsqualifikation brauche unbedingt weiterhin ein zweijähriges BIJ-Modell, inzwischen würden die ersten Jugendlichen dieser Maßnahme fertig. „Sie müssen weiter begleitet werden und brauchen noch immer Hilfe, wenn sie die Ausbildung erfolgreich abschließen sollen.“, betonte Lucha. Dazu brauche es auch über das BIJ hinaus besondere Anstrengungen von Schulen, Kammern, Betrieben und der Arbeitsagentur, auch die Kommunen seien gefordert, z. B. bei der Jugendsozialarbeit. Zu überdenken seien auch die bisherigen Strukturen bei den Berufsabschlussprüfungen: „Inhaltlich darf das Anspruchsniveau nicht abgesenkt werden, aber unnötige Sprachbarrieren erschweren oft den Erfolg.“ In den Flüchtlingsklassen seien auch pädagogische Erleichterungen geplant, z. B. eine selektive Aussetzung der Benotung, Lernberichte statt Zeugnisnoten, mehr Feedback und Beratung.
Die enormen Belastungen der Berufsschulen durch die Flüchtlingsklassen seien der Grund, dass im Augenblick die Inklusionsaufgaben als zweite Priorität gesehen werden, um die Lehrkräfte „nicht in den roten Bereich zu fahren“.

Fortsetzung der Q3/Q4-Aufstiegsmaßnahme
Trotz aller aktuellen Belastungen gebe es aber auch viele positive Entwicklungen im Bereich der beruflichen Schulen, etwa was die Stärkung der Eigenverantwortung und erfolgreiche QMBS-Modelle betrifft. Auch die Einstellungssituation sei sehr gut, in vielen Bereichen konnte 100 % der Bewerber ein Übernahmeangebot gemacht werden – teilweise konnte der Bedarf sogar bei weitem nicht gedeckt werden. Die Q3/Q4-Aufstiegmaßnahme würde – ergänzt um ein neues Mentorenmodell – fortgesetzt, denn die „Fachlehrkräfte sind weiterhin von großer Bedeutung“. Außerdem würde eine weitere Sondermaßnahme für die Fächer Metall und Elektro auf den Weg gebracht. Insgesamt zeigte sich Lucha optimistisch: „Zusammen mit dem VLB werden wir viele Probleme in den Griff bekommen.“
Zum Abschluss stellte sich Lucha den Fragen und Problem der Kolleginnen und Kollegen, wobei zahlreiche Themenkomplexe nochmals unter anderen Aspekten aufgegriffen wurden, insbesondere auch die Probleme der Wirtschaftsschule („Die fünfte Klasse könnte die Rettung bringen!“), Bedenken gegen die Beurteilung von Ständigen Stellvertretungen durch Regierungen, Sorgen um den Lehrernachwuchs und grundsätzliche Bedenken gegen die geplanten Sondermaßnahmen.

Schlussakkord
Den Schlussakkord setzte Wolfgang Lambl, der dem Ministerium drei „Ausrufezeichen“ mit auf dem Weg gab:
1.    Der Abbau des Arbeitszeit-Kontos ist versprochen, aber noch lange nicht erreicht.
2.    Durch die Flüchtlingsklassen darf es keine Verschlechterungen für die Regelklassen geben.
3.    Der VLB protestiert mit aller Vehemenz gegen die Überlegungen, den Zugang zum Referendariat einzuschränken.
Wie bestellt schob sich in diesem Augenblick eine dunkle Wolke vor die Sonne. Kompliment an die Oberpfälzer, die neben allem anderen auch das Wetter voll im Griff hatten.

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VLB Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
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