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Kultusminister Spaenle hält Grußwort beim Berufsbildungskongress des Verbandes der Lehrer an Beruflichen Schulen in Bayern am Freitag in Deggendorf - "Starke berufliche Bildung wird weiter gestärkt"

DEGGENDORF. Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle nimmt am 25. November am 13. Berufsbildungskongresses des Verbandes der Lehrer an Beruflichen Schulen in Bayern (VLB) teil.

Bereits im Vorfeld des Kongresses unterstrich Minister Spaenle das Motto des Berufsbildungskongresses: "Berufliche Bildung sichert Bayerns Zukunft". Es sei eine "Kernaufgabe bayerischer Bildungspolitik, dieses Erfolgsmodell berufliche Bildung in seiner Vielfalt zu stärken und weiterzuentwickeln."

Eine zentrale Aufgabe sei es, gemeinsam mit Unternehmen die Attraktivität der Berufsausbildung noch deutlicher zu machen und möglichst viele talentierte Jugendliche für eine Ausbildung zu gewinnen.

Als weitere große Herausforderungen nannte Minister Spaenle vorab: die Vorbereitung der jungen Menschen an den beruflichen Schulen auf die digitale Berufswelt, die Inklusion und den Unterricht von jungen Menschen, die im Rahmen des massiven Zustroms von Flüchtlingen und Asylbewerbern nach Bayern gekommen sind und nun Berufsschulen besuchen. "Hier bietet Bayern mit den auf zwei Jahren angelegten Berufsintegrationsklassen eine bundesweit beachtete Form, wie junge Zuwanderer Deutsch lernen, Werte kennenlernen und einüben und sich auf eine Berufsausbildung vorbereiten können", so Minister Spaenle.

Die Berufsschulen sicherten gemeinsam mit den Unternehmen und Kammern in der dualen Ausbildung eine qualitätsvolle Ausbildung junger Menschen und decken damit den Bedarf an leistungsfähigen Fachkräften, die Zahl der Schülerinnen und Schüler steige wieder und habe wieder die Marke von 260.000 erreicht.

Die Wirtschaftsschule werde derzeit mit neuem Lehrplan und neuer Stundentafel weiterentwickelt; ein Modellversuch einer fünf-jährigen Wirtschaftsschule laufe. Die Attraktivität der Beruflichen Oberschulen werde weiter gestärkt z.B. durch Vorklassen an jeder staatlichen Fachoberschule sowie durch einen Schulversuch mit den neuen Ausbildungsrichtungen wie "Internationale Wirtschaft" und "Gesundheit".

Minister Spaenle verwies im Vorfeld auf den Kongress auf die enormen Leistungen, die die Lehrkräfte an den Beruflichen Schulen für die Schülerinnen und Schüler erbringen. Er betonte mit Blick auf die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2016: "Sowohl bei der Erfolgsquote der Berufsschüler in der dualen Ausbildung wie auch bei der Fortbildungsintensität rangiert Bayern an der Spitze aller Bundesländer." Die Zukunftsfähigkeit unseres Landes basiert auf einem innovativen und leistungsstarken beruflichen Bildungssystem".

Presseinformation 24.11.2016 Berufsbildungskongress Berufliche Bildung 4.0

 

Berufliche Bildung 4.0 - „Allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden“
Lehrerverband fordert Umsetzung der „Drei-plus-zwei-Regelung“ bei der Berufsausbildung von Flüchtlingen

Jürgen Wunderlich, Landesvorsitzender des Verbandes der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) im Vorfeld des Berufsbildungskongresses in Deggendorf

München/Deggendorf. „Das Schulsystem muss allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden“, fordert der Landesvorsitzende des Verbandes der Lehrer an Beruflichen Schulen in Bayern (VLB) Jürgen Wunderlich im Vorfeld des 13. Berufsbildungskongresses am heutigen Donnerstag in Deggendorf. „Für die Integration von Flüchtlingen müssen wir Planungssicherheit haben“, so der Landesvorsitzende mit Blick auf die so genannte Drei-plus-zwei-Regelung. Nach dieser Regelung sollen Flüchtlinge drei Jahre einen Beruf erlernen und anschließend zwei Jahre arbeiten. Die IHK Schwaben zum Beispiel konnte im Herbst 2016 rund 150 junge Flüchtlinge in Ausbildung bringen. Sie macht darauf aufmerksam, dass es dabei mit der Drei-plus-zwei-Regelung nun auch gelungen sei, für 30 ausländerrechtlich schwierige Fälle, die notwendige Arbeitserlaubnis der Ausländerbehörden zu erhalten. „Unsere Lehrerinnen und Lehrer stellen sich der Integration von Flüchtlingen mit einem außerordentlich hohen Engagement und viel Herzblut“, ergänzte Wunderlich. Nach den Worten Wunderlichs gelinge Integration nur, wenn Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen Klarheit über das Bleiberecht der jungen Menschen haben. Bayern sei das Bundesland, das systematisch aufgebaute Bildungsgänge für Flüchtlinge und Asylbewerber bis zum 21. Lebensjahr entwickelt habe. Dafür wünscht sich der Landesvorsitzende Planungs- und Rechtssicherheit für die Ausbildungsbetriebe, die Berufsausbildungsverträge abschließen. „Eine Berufsausbildung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen“, so der Landesvorsitzende mit Blick auf den Bildungsauftrag der beruflichen Schulen.

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Bildungsminister Spaenle wertet Verleihung des Deutschen Arbeitgeberpreises an Staatliche Berufsschule Altötting als Wertschätzung hoch innovativer Arbeit der Schulfamilie für junge Zuwanderer

Bildungsminister Spaenle wertet Verleihung des Deutschen Arbeitgeberpreises an Staatliche Berufsschule Altötting als Wertschätzung hoch innovativer Arbeit der Schulfamilie für junge Zuwanderer

"Hervorragende Leistung und enorme Anstrengungen der Berufsschule Altötting um junge Zuwanderer gewürdigt"

Bayerns Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle freut sich für die Staatliche Berufsschule Altötting, da sie heute mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis Berufliche Bildung ausgezeichnet wurde. "Mit diesem Preis anerkennt der Bundesverband der Arbeitgeber die ausgesprochen innovative Leistung der Staatlichen Berufsschule Altötting für junge Zuwanderer auf dem Weg bei der schulischen und beruflichen Integration. Die Leistung ist das Ergebnis enormer Anstrengungen der Schulleitung und der Lehrkräfte der beruflichen Schulen in Altötting, um diesen jungen Menschen eine Tür in duale Ausbildung und Arbeitswelt zu öffnen. Als besonders innovativ wird bei der Preisverleihung der Ansatz der Berufsschule eingestuft, ein Kompetenzraster derSchülerinnen und Schüler entwickelt zu haben. Dieses dient zum Beispiel Ausbildungsbetrieben und Arbeitgebern als Grundlage, auf der sie die Leistungen und Kompetenzen bei Bewerbungen einschätzen können. Es dient auch den Schülerinnen und Schülern selbst als Maßstab für Fortschritte auf ihrem Bildungsweg." Vor allem aber dient es den Lehrkräften bei der Kompetenzerhebung beim Eintritt in die Schule und zur Beurteilung des Zuwachses an Wissenschaft und Kompetenzen über die Schulzeit hinweg."

Die Staatliche Berufsschule Altötting, die von rund 2.650 Schülerinnen und Schülern und darunter rund 300 jungen Zuwanderern besucht wird, hatte "Kompetenzraster" für die verschiedenen Unterrichtsangebote entwickelt: beispielsweise für Lebenskunde, Ethik, den Fachunterricht Ernährung/Gastronomie, EDV und Bautechnik. Die erworbenen Kompetenzen werden den Schülerinnen und Schülern auf einem Zertifikat bescheinigt. Die Kompetenzraster dienen auch den Lehrkräften als Orientierung im Unterricht.

Kompetenzraster geben Bildungsziele der Berufsintegrationsklassen wieder

Das breite fachliche Spektrum der Kompetenzraster spiegelt die Zielrichtung der Berufsintegrationsklassen in Bayern wider. Diese Berufsintegrationsklassen umfassen einen zweijährigen Vollzeitunterricht. Nach einem Schwerpunkt in der Vermittlung im ersten Schuljahr vor allem von Deutschkenntnissen, Mathematik und Werten, aber auch Berufsorientierung, treten die Berufsorientierung und Berufsvorbereitung im zweiten Schuljahr in Zusammenarbeit mit Bildungsträgern und Betrieben in den Vordergrund.

Minister Spaenle schloss: "Für junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ergeben sich aus dem Besuch der Berufsintegrationsklassen in Kooperation mit Angeboten der Arbeitsverwaltung viele Chancen. Innovatives Handeln und enormes Engagement der Lehrkräfte sind dabei Erfolgsfaktoren. Dafür danke ich ihnen sehr. Die Staatliche Berufsschule Altötting gibt hier ein ganz besonderes Beispiel, steht aber zugleich für eine ganz besondere pädagogische Leistung der Berufsschulen. Insgesamt gibt es in Bayern an beruflichen Schulen über 1.100 Berufsintegrationsklassen."

Dr. Ludwig Unger, Tel. 089-21862105

Anstrengungen des Freistaats Bayern, um den jungen Menschen, die in dem massiven Zustrom hierher gelangt sind, bei der Integration zu unterstützen:

Bayern stellt für die schulische Arbeit für junge Zugewanderte im Jahr 2016 ca. 232 Millionen Euro bereit.Bayern hat zahlreiche Klassen und besondere schulische Angebote für diese eingerichtet, nämlich u. a.:über 700 Übergangsklassen an Grund- und Mittelschulenmehrere hundert Deutschförderklassen und Deutschförderkurse an Grund- und MittelschuleINGYM-Klassen an 5 Gymnasien (u.a. München, Nürnberg, Augsburg)SPRINT-Klassen an 17 RealschulstandortenIntegrations-Vorklasse an der FOS (derzeit 17 Standorte)sowie knapp 1.200 Sprachintensiv- und Berufsintegrationsklassen an beruflichen Schulen

Bildungsmonitor 2016 bestätigt Bayerns führende Rolle in der beruflichen Bildung

Bildungsmonitor 2016 bestätigt Bayerns führende Rolle in der beruflichen Bildung, den Bildungschancen für alle und in der  effizienten Steuermittelverwendung - Sonderstudie Flüchtlinge: Bayern gibt bundesweit herausragendes Beispiel
Bayerns Bildungs- und Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle zur Erhebung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

MÜNCHEN. "Jungen Menschen in Bayern eröffnen sich vielfältige Chancen für Ausbildung, Beruf und Studium. Das belegen die Daten im Bildungsmonitor 2016", kommentiert Bayerns Bildungs- und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle die Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. "Die erneute gute Platzierung 2016 auf Rang 3 bzw. die aktuellen Ergebnisse bestätigen den bayerischen Weg eines differenzierten und durchlässigen Schulsystems, das junge Menschen nach den Feststellungen des Bildungsmonitors gut auf die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft vorbereitet", betont der Minister. Spaenle weiter: "Die bayerischen Schulen rangieren im bundesweiten Vergleich der Bundesländer  unter den besten Drei. In den Feldern, die sich mit beruflicher Bildung, Bildungschancen für alle und effizienter Verwendung von Steuermitteln befassen, führt Bayern den Vergleich sogar als bestes Bundesland an."

Minister Spaenle: "Besonders freut es mich auch, dass die Autoren der Sonderstudie Flüchtlinge im Bildungsmonitor die gemeinsame Initiative ‚Vereinbarung Integration durch Ausbildung und Arbeit' ausdrücklich als "bundesweit herausragendes Beispiel" hervorheben. Bayerische Staatsregierung, Spitzenorganisationen der Bayerischen Wirtschaft und Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit  bilden hier einen Schulterschluss, um den Übergang von jungen Flüchtlingen und Asylbewerbern in Ausbildung und Beschäftigung zu fördern. Der Kraftakt lohnt sich." Spaenle erinnert in diesem Zusammenhang an den Nachtragshaushalt 2016, der für die schulische Integration der jungen Flüchtlinge und Asylbewerber Stellen und Mittel im Umfang von rund 160 Mio. Euro umfasst. Darin enthalten sind 1.079 Planstellen sowie Mittel zur Anstellung von mehreren hundert weiteren Lehrkräften.

Im Zusammenhang mit dem von der Initiative Soziale Marktwirtschaft angeführten, aktuellen Handlungsfeld der Staatsregierung konstatiert Minister Spaenle: "Auf Basis der Regierungserklärung des Ministerpräsidenten von 2013 bauen wir den Ganztag weiter kontinuierlich bedarfsgerecht und flächendeckend aus. Wir eröffnen Kindern und Eltern etwa durch die Einführung offener Ganztagsgruppen auch an Grundschulen zusätzliche Wahlmöglichkeiten, die zu ihrer familiären Situation und zu den pädagogischen Wünschen passen. In der Grundschule sind wir schon jetzt viel besser, als es die Studie ausführt: Für Grundschulkinder stehen in Bayern nicht nur Ganztagsschulen, sondern auch Kindertageseinrichtungen (Horte, Tagesheime) und Mittagsbetreuungen zur Verfügung. Rechnet man die dort betreuten Kinder dazu, liegt die Betreuungsquote in der Grundschule nicht bei 9,9 Prozent, sondern bei über 50 Prozent. Das kommt Kindern und Eltern zugute."

VLB Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
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