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"Berufsschulen leisten wertvollen Beitrag zur Integration"

Staatssekretär Georg Eisenreich und vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt zu den Zwischenergebnissen des Modellprojekts "Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge"

MÜNCHEN. "Unsere Berufsschulen leisten einen wertvollen Beitrag zur Integration junger Asylbewerber und Flüchtlinge: In Berufsintegrationsklassen werden ihnen die deutsche Sprache und unsere Grundwerte vermittelt. Sie sollen so gut auf eine Ausbildung vorbereitet werden. Das Modellprojekt "Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge" soll die Schulen bei ihrer wichtigen Aufgabe unterstützen: Im Rahmen des Projekts sollen konkrete Erkenntnisse gewonnen werden, wie die Berufsschulen diese Herausforderung bestmöglich bewältigen und die jungen Menschen gezielt fördern können", sagte Georg Eisenreich, Staatssekretär und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildungspakt Bayern, heute anlässlich der Veröffentlichung der ersten Zwischenergebnisse des Modellprojekts "Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge". Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., erklärte: "Die Bewältigung des Flüchtlingsstroms ist eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der die Wirtschaft ihren Teil beiträgt. Bildung und Spracherwerb sind zentrale Voraussetzungen für die Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Je besser Sprachförderung und zielgruppenspezifische Berufsorientierung sind, desto eher gelingt die Eingliederung. Die vbw hat dazu das umfassende Maßnahmenpaket ‚Integration durch Ausbildung und Arbeit (IdA)' ins Leben gerufen und unterstützt auch das Projekt ‚Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge' von Anfang an.

Ich freue mich, dass nun erste Zwischenergebnisse online zur Verfügung stehen, die einen Überblick über den Projektstand und viele Anregungen geben."

Jugendliche Asylbewerber und Flüchtlinge im Freistaat werden derzeit in rund 770 Berufsintegrationsklassen an rund 140 Berufsschulen zwei Jahre lang auf das Berufsleben vorbereitet. Die Vermittlung der deutschen Sprache und unserer Grundwerte spielt im Rahmen dieses bundesweit beachteten Konzepts eine wesentliche Rolle. Zum neuen Schuljahr 2016/2017 wird ein weiterer Ausbau auf bis zu 1.200 Berufsintegrationsklassen erfolgen.

Seit Projektbeginn im Schuljahr 2015/2016 entwickeln und erproben 21 Modellschulen bayernweit passgenaue Konzepte und Materialien für den Unterricht in den Berufsintegrationsklassen. Erste Ergebnisse stehen ab sofort unter www.perspektive-beruf-bayern.de zur Verfügung und können von Lehrkräften für ihren eigenen Unterricht in Berufsintegrationsklassen genutzt werden. Sie sollen helfen, die Jugendlichen noch besser auf eine Berufsausbildung oder einen anderen Ausbildungsweg vorzubereiten. Während der Projektlaufzeit bis zum Ende des Schuljahres 2018/2019 werden die Inhalte der Webseite weiter ausgebaut. Das Modellprojekt wurde gemeinsam von der Stiftung Bildungspakt Bayern und der vbw - Vereinigung der bayerischen Wirtschaft e. V. - initiiert. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitet den Modellversuch insbesondere im Hinblick auf berufspädagogische Gesichtspunkte, Spracherwerb sowie interkulturelle und psychologische Aspekte.

Weitere Informationen zum Modellprojekt "Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge" finden Sie hier:
http://bildungspakt-bayern.de/perspektive-beruf-fuer-asylbewerber-und-fluechtlinge/

BLBS: Danke Herr Minister Dr. Ludwig Spaenle!

„Mit besonderer Freude nehmen wir zur Kenntnis, dass Dr. Ludwig Spaenle,  Bayerischer Staatsminister für Bildung und Wissenschaft in der Pressemitteilung Nr. 465/2015 vom 25.11.2015 zu der OECD Studie „Education at a glance – Bildung auf einen Blick“ sich sehr positiv zu der beruflichen Bildung geäußert hat und deren Wert so dargestellt hat, wie wir vom Bundesverband dies unermüdlich tun“, so Eugen Straubinger, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS).

Minister Dr. Spaenle hatte darin gesagt: "Bildungserfolg bedeutet für mich, dass die jungen Menschen eine qualitätsvolle Ausbildung an Schule, im Unternehmen oder an der Hochschule durchlaufen und auf dieser Grundlage ihren Lebensweg erfolgreich fortsetzen können. Die Chancen der beruflichen Bildung und die Qualität der beruflichen Aus- und Fortbildung werden leider häufig unterschätzt. Dabei bieten gerade die berufliche Bildung und besonders die duale Ausbildung durch die Verzahnung von Wirtschaft und Berufsschule vielen jungen Menschen sehr gute Perspektiven. Und wer sich in Beruf und Gesellschaft einbringt, kann sein Leben nach seinen Vorstellungen gestalten und seine Persönlichkeit entfalten."

Der Minister hat Recht, denn nach der Studie der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) sind rund 77 Prozent der Absolventen von berufsbildendenden Ausbildungsgängen in Beschäftigung, womit ihre Beschäftigungsquote um 7 Prozentpunkte über der Beschäftigungsquote derjenigen liegt, die als höchste Qualifikation einen Abschluss in einem allgemeinbildenden Bildungsgang im Sekundarbereich II erworben haben.

Verantwortlich für den Inhalt: Heiko Pohlmann  Kapellenstr. 82,  82239 Alling, Handy-Nr.: 0179/  1391138  

Lehrerverbände fordern Masterplan zur Integration heranwachsender Flüchtlinge in das Schulwesen

Zehn-Punkte-Programm des Deutschen Lehrerverbandes (DL) und seiner Mitglieds­verbände DPhV, VDR, VLW und BLBS zur Integration heranwachsender Flüchtlinge in das Schulwesen

Der Deutsche Lehrerverband (DL) und seine Mitgliedsverbände des allgemeinbildenden und des berufsbildenden Schulwesens (DPhV, VDR, BLBS und VLW) sehen das Bildungssystem vor großen Herausforderungen. Um den Bedürfnissen der geflüchteten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie den Erwartungen ihrer Eltern an das deutsche Schul- und (Aus-)Bildungswesen gerecht zu werden, fordern sie von Bund, Ländern und Kommunen die Entwicklung und Umsetzung eines Masterplans zur Integration. Nur mit erheblichen zu­sätz­lichen personellen Kräften und finanziellen Mitteln kann ein solcher Plan gelingen.
Die Verbände empfehlen folgende zehn Überlegungen und Initiativen:

  1. Auch wenn die Zahl der betroffenen Heranwachsenden nicht exakt bezifferbar ist, stellt sie doch mit geschätzt 200.000 bis 300.000 quantitativ eine große Herausforderung für die all­gemeinbildenden und berufsbildenden Schulen insbesondere in Ballungsregionen dar. Die Zahl 200.000 bzw. 300.000 kann nicht dadurch kleingeredet werden, dass es sich dabei „nur“ um zwei bis drei Prozent aller Schüler in Deutschland handle.

  2. Die besondere Herausforderung besteht darin, dass es sich hier hinsichtlich kultureller, reli­giöser und geographischer Herkunft um sehr heterogene Schülergruppen handelt, die zu er­heblichen Teilen noch kaum alphabetisiert sind bzw. nur eine geringe schulische Vor­bildung haben, kaum Deutsch sprechen und vielfach traumatisiert sind.

  3. Vor diesem Hintergrund ist eine unmittelbare Integration dieser Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in das Regelsystem nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Der größte Teil braucht vor der Integration in Regelklassen eine zielgruppenspezifische Ein­füh­rung. Erste Erfahrungen zeigen, dass eine halb- bis zweijährige Vorbereitungszeit ange­messen ist.

  4. Das A und O der späteren Integration ins Regelsystem sind das wenigstens rudimentäre Beherrschen der deutschen Sprache sowie Basiskenntnisse über deutsches und europä­isches Recht, deutsche und europäische Geschichte, deutsche und europäische Geo­gra­phie sowie deutsche und europäische Kultur.

  5. Der Erwerb der deutschen Sprache setzt in der Regel einen mindestens 800 Stunden um­fassenden Unterricht in Deutsch als Zweitsprache voraus. Dieser Unterricht sollte in über­schaubaren eigenen Gruppen über ein Jahr hinweg stattfinden und von Lehrern mit ent­sprechender Qualifikation gestaltet werden.

  6. Um entsprechende Lehrkräfte verfügbar zu haben, sollten die zur Zeit ausreichend am Markt verfügbaren jungen Lehrkräfte mit Fakultas Deutsch für eine Fortbildung in der Didaktik und Methodik des Faches Deutsch als Zweitsprache gewonnen werden. Diesen jungen Lehrkräften sollten Jahresverträge angeboten und für spätere Bewerbungen um Planstellen ggf. Boni eingeräumt werden. Die dafür notwenigen Mittel können durch Nach­tragshaushalte zur Ver­fügung gestellt werden. Ohne dass dadurch der Bildungsfödera­lismus in Frage gestellt wird, ist hier auch eine finanzielle Beteiligung des Bundes erforder­lich, weil es sich bei der Integration der Flüchtlinge um eine gesamtstaatliche Aufgabe handelt. Notwendig sind ferner Dolmetscher, Sozialpädagogen und Psychotherapeuten.

  7. Die Anwerbung dieser Kräfte darf nicht erst im Frühsommer 2016 erfolgen, weil diese Lehr­kräfte zu diesem Zeitpunkt bereits als Aushilfskräfte oft schon unter Vertrag stehen. Ent­sprechende Maßnahmen müssen zur Jahreswende 2015/2016 starten.

  8. Die Integration junger Flüchtlinge ins Schul- und Bildungswesen kann nur gelingen, wenn diese Heranwachsenden gleichmäßig über alle Regionen verteilt werden. Eine Bündelung größerer Gruppen in einzelnen Schulen gefährdet die Integration.

  9. Die Integration ins Regelschulwesen setzt voraus, dass jeder heranwachsende Flüchtling die zu ihm passende Schulform bzw. den zu ihm passenden Ausbildungsweg findet. Um diese Passung zu erreichen, bedarf es individueller Potenzialanalysen, die von Schul­beratern, Schulpsychologen und Berufsberatern erstellt werden. Die erfolgreiche Integration der heranwachsenden Flüchtlinge in das Berufsbildungssystem erfordert zudem eine Be­gleitung durch multiprofessionelle Teams bis zum Eintritt in den Beruf. Dabei sind die he­ranwachsenden Flüchtlinge durch Integrationscoaches, assistierte Praktika und eine ziel­gruppenadäquate Berufsorientierung zu unterstützen.

  10. Eine zum Zwecke rascherer Integration verschiedentlich diskutierte vorübergehende Ab­senkung schulischer Ansprüche ist nicht zielführend: Damit würden sowohl für die Stamm­schüler wie auch für die heranwachsenden Flüchtlinge die späteren Chancen zur Vermitt­lung in weiterführende Bildungseinrichtungen geschmälert.

Pressemitteilung BLBS Imagekampagne des Handwerks – Herr Wollseifer sollte die Werbeagentur wechseln!

„Was will uns das Handwerk mit dieser Imagekampagne sagen?“, fragt sich der Bundesvorsitzende des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS), Eugen Straubinger.

Es ist fraglich, ob das Handwerk mit so einer Imagekampagne das Nachwuchsproblem löst. Gerade das Handwerk sollte doch wissen, dass der duale Partner „Berufsschule“ zum maßgeblichen Erfolg der Berufsausbildung beiträgt.

Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen sind wichtige Bezugspersonen, an denen sich die Heranwachsenden als Vorbild orientieren.

Möglicherweise sind Sie, Herr Wollseifer, durch Ihre Werbeagentur falsch beraten worden, denn der Lehrerberuf ist in seinem Anforderungsprofil ein durch Engagement, hohen Einsatz, Gewissenhaftigkeit, Innovation und multidimensionale Kompetenzen ausgezeichneter Beruf.

Bevor Sie eine solche Kampagne starten, sollten sie lieber den Personenkreis fragen, den es betrifft, dann wird das nächste Mal auch die Imagekampagne TOP und nicht wie jetzt ein FLOP!

Verantwortlich für den Inhalt: Heiko Pohlmann  Kapellenstr. 82,  82239 Alling, Handy-Nr.: 0179/  1391138   

VLB Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
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