Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns endlich Taten sehen!

Sie haben das sicher auch schon aus eigener Erfahrung erlebt: Es gilt ein Problem zu lösen bzw. zumindest die Lösung der Problematik anzugehen und Sie stellen die Not
wendigkeit und Dringlichkeit auch überzeugend dar. Ihren Argumenten wird auch von allen Entscheidungsträgern zugestimmt und beigepflichtet.

Wo ist das Problem?
Jetzt werden Sie fragen: Ja – wo ist denn nun das Problem? Ganz einfach: Es folgen keine entsprechenden „Taten“ in Form von ersten Umsetzungsschritten.

Dies müssen die Vertreter des VLB beim Thema „Personalversorgung“ leider auf verschiedenen Ebenen immer wieder feststellen. Während andere Schularten sich über eine „personelle Premiumausstattung“ und die Standortsicherung  von „Zwergschulen“ zu Recht freuen, fallen wir bei der Zuweisung von Personalressourcen meist „hinten runter“.
Damit muss endlich Schluss sein! Die Lehrkräfte an beruflichen Schulen wollen endlich Taten sehen!

Es ist kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungs-Problem
Selbst die OECD hat es anscheinend nun kapiert: „In Deutschland hat die berufliche Bildung eine starke Tradition und hilft dabei, junge Menschen in Arbeit zu bringen und ihre Karrieren zu fördern“, stellte OECD-Generalsekretär Angel Gurría am 27.05.2015 in Berlin bei der Vorstellung des Berichts über Beschäftigungsaussichten der Generation unter 30 fest.

Die bayerischen Berufsschulen gewährleisten durch die enge Verzahnung von schulischem und betrieblichem Lernen eine breite berufliche Qualifizierung. Dies ist ein Erfolgskriterium für einen gelingenden Übergang von der Schule in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Die geringe Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zu anderen OECD-Staaten und ausgezeichnete berufliche Entwicklungsmöglichkeiten sind das Ergebnis des dualen Berufsausbildungssystems. Deshalb muss den beruflichen Schulen der Stellenwert eingeräumt werden, der ihnen zusteht. Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen garantieren einen starken Wirtschaftsstandort Bayern und eröffnet den bayerischen Jugendlichen berufliche Entfaltungsmöglichkeiten.

Berufsschulen dürfen nicht länger ein „Nebenschauplatz“ sein
Die duale Berufsausbildung ist ein wesentliches Element des deutschen Bildungssystems und hat erheblich dazu beigetragen, dass Deutschland die Finanzkrise der vergangenen Jahre gut überstanden hat. Angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels und des wachsenden Trends zur akademischen Ausbildung dürfen die Berufsschulen in der politischen Schwerpunktsetzung nicht länger ein „Nebenschauplatz“ sein, fordert die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in ihrem Konzept „Berufsschule der Zukunft“.

„Personaljacke“ weist große Löcher auf: Berufsschulen zukunftsfit machen
Mehr denn je komme es darauf an, Berufsschulen zukunftsfit zu machen. Dazu brauchen sie die Möglichkeit, die Schüler mehr als bisher individuell zu fördern. Die Klientel der Berufsschulen wird ohne Zweifel heterogener und auch schwieriger: So steigt nicht nur der Anteil der Schulabgänger mit besonderem Förderbedarf, sondern auch der Migranten unter den Auszubildenden, da diese seltener eine akademische Laufbahn einschlagen. Ganz nebenbei geben die Berufsschulen Tausenden Asylbewerbern und Flüchtlingen eine Perspektive. Mit großem Engagement bereiten sie die rasant wachsende Zahl junger Flüchtlinge auf eine duale Ausbildung und die Integration in den Arbeitsmarkt vor. Deshalb fordert der VLB, dass die personelle Ausstattung deutlich erhöht wird und auch den zusätzlichen Aufgabenstellungen Rechnung trägt.

Die permanente Ausweitung des Aufgabenkatalogs konnten viele Schulen nur noch dadurch bewältigen, dass sie in einigen Berufsfeldern über das freiwillige Arbeitszeitkonto eine größere Zahl von „Überstunden“ aufbauen mussten. Die ungenügende Personalsituation zwingt sie dazu, den Idealismus der Berufsschullehrer auszunützen und sie über die Belastungsgrenze hinaus einzusetzen. Ein weiterer Anstieg des Ausfalls von Pflichtunterricht zum Abbau der Arbeitszeitkonten stellt nach Auffassung des VLB keine akzeptable Lösung dar. Die Schulen und Lehrkräfte erwarten über die beim Berufsbildungskongress in Erlangen angekündigte Dienstvereinbarung akzeptable „Abbaualternativen“.

Der VLB appelliert deshalb eindringlich an Herrn Staatsminister Dr. Spaenle und die politisch Verantwortlichen im bayerischen Landtag:„Handeln Sie und lassen Sie uns endlich Taten sehen“!

Ich wünsche Ihnen allen viel TATkraft.

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