Positionen

VLB Thema des Tages Abschiebung aus dem Unterricht

Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir online vorab das „Thema des Tages“ der vlb-akzente, Ausgabe 07/2017.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
als ich den Text bereits fertig geschrieben hatte, kam plötzlich das Thema „Abschiebung aus dem Unterricht“ auf uns zu. Das ist nicht nur ein „Thema des Tages“ sondern wird uns mit Sicherheit noch lange beschäftigen. Deshalb beziehe ich mich hier nur auf den einen Vorfall. Die Stellungnahmen von Politikern, Presse, der Kirche und den Verbänden konnten Sie ja aus den Medien entnehmen.

Keine Abschiebung aus dem Klassenzimmer
Wie soll nun der VLB mit dem Thema umgehen? Wir haben dieses sensible Thema schon lange auf der „Agenda“. In den vergangenen Wochen und Monaten forderten wir bei Gesprächen mit Politikern, dass es keine Abschiebung aus dem Unterricht geben darf. Das zerstört das Vertrauensverhältnis zu der Einrichtung Schule und zu uns Lehrern.

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2016 – ein Jahr der Entscheidungen

Ich weiß, die Dinge, die aktuell auf unsere beruflichen Schulen, auch auf die eigene Schule und den Verband einprasseln, werden in diesem Jahr besonders vielfältig und sicher nicht immer einfach zu lösen sein. Vor allem wird die Zeit bis zum Start des neuen Schuljahres 2016/17 für alle an der Flüchtlingsbeschulung Beteiligten zu einer sehr großen Herausforderung. Es dürfte sich wohl um die größte der letzten Jahre handeln, zumal mittlerweile alle Berufsschulen und auch weitere berufliche Schulen in Bayern betroffen sein werden.

Eine Auswahl aktueller Themen 2016
Zum Jahresbeginn legte der Geschäftsführende Vorstand des VLB die Themen fest, die bei den traditionellen Gesprächsrunden mit der Abteilung VI des KM und unseren Gesprächspartnern aus den Parteien und Interessenvertretungen besprochen werden. Dazu gehören u. a. folgende Themen:

  • die Beschulung der berufsschulpflichtigen Asylbewerber und Flüchtlinge (siehe auch TdT 01/2016 und Aktuelles aus dem GV 01/2016);
  • die Stellensituation an beruflichen Schulen (Einstellungssituation, Reduzierung der Klassengrößen, Bildung der integrierten Lehrerreserve);
  • die Lehrerbildung;
  • der Integrierte Masterstudiengang;
  • die FOS (Modellversuche, Stellenhebungen, Vorklassen);
  • die Wirtschaftsschulen;
  • die Technikerschulen;
  • die Reform der Gesundheitsberufe;
  • die Schulpsychologie und
  • die Fachlehrerausbildung.

Berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge
Bereits bei der 83. Sitzung des Landesschulbeirats am 19.10.2015 gab Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle bekannt, dass auch weiterhin mit einem massiven Zuzug von Flüchtlingen und Asylbewerbern nach Bayern zur rechnen ist. Nach dem Königssteiner Schlüssel übernimmt Bayern 15,3 % der Asylsuchenden. Insbesondere ist davon auszugehen, dass ein weitaus größerer Anteil einen Aufenthalt in Bayern anstrebt, weil im bayerischen Beschulungssystem, das auf Bundesebene nahezu einmalig ist, Einzelmaßnahmen gut aufeinander abgestimmt sind. Dazu wurde die Anzahl der Übergangsklassen an Grund- und Mittelschulen (471 Klassen, Stand 15.10.2015) als auch die der Berufsintegrationsklassen für berufsschulpflichtige Asylbewerber im zweijährigen Modell (440 Klassen, Stand 15.10.2015) spürbar angehoben. (Zum Vergleich: im Oktober 2014 gab es 180 Berufsintegrationsklassen; zum neuen Schuljahr 2016/2017 sollen ca. 24.000 Schüler in 1.200 Klassen beschult werden). In großer und größer werdender Zahl erhalten allein reisende junge Flüchtlinge die besondere Förderung und Aufmerksamkeit, die für ihren Übergang in das Beschäftigungsverhältnis nötig sind. Berufliche Schulen können diese Aufgabe sehr gut leisten, wenn ihnen die erforderlichen Ressourcen bereitgestellt werden. Dann sorgt diese Schulart wesentlich mit dafür, dass die gesellschaftliche Integration gelingt. Die wichtigste Ressource einer Schule sind kompetente und motivierte Lehrkräfte, die ihre Arbeit in zeitgemäß ausgestatteten Lernräumen ausüben.

Da es bedauerlicherweise nicht genügend Referendare mit der Lehrbefähigung für das Lehramt an beruflichen Schulen gibt, um den Bedarf zu decken, fordert der VLB die Einstellung von Lehrpersonal in folgender Reihenfolge:

  1. Referendare mit der Lehrbefähigung für das Lehramt an beruflichen Schulen;
  2. Gymnasiallehrkräfte, die das Referendariat an einer beruflichen Schule absolviert haben oder
  3. Gymnasiallehrkräfte mit einer Nachqualifikation für den Einsatz an beruflichen Schulen, die sich mit befristeten Verträgen bewährt haben.

Weitere Voraussetzungen: Die Schulleiter müssen eine entscheidende Mitsprache bei der Einstellung haben.
Gymnasiallehrkräfte müssen bei der Übernahme das Recht und die Pflicht haben, sich für den Einsatz an beruflichen Schulen nachzuqualifizieren.

FOS/BOS: Absenkung der Notengrenze für den Eintritt in die 13. Jahrgangsstufe der Fachoberschule
Mit KMS vom 14.12.2015 teilte Staatsminister Dr. Spaenle erfreulicherweise mit, dass die Notengrenze für den Zugang zur 13. Jahrgangsstufe der Fachoberschule mit Beginn des Schuljahres 2016/17 von 2,8 auf 3,0 abgesenkt werden kann.
Begründet wird die Absenkung mit der kontinuierlichen über die letzten Jahre gezeigten hohen Leistungsfähigkeit der FOS 13. So haben die Schülerinnen und Schüler sehr gute Ergebnisse bei den Abschlussprüfungen erzielt – im Schuljahr 2014/15 haben 99,0 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 der Fachoberschule die Abiturprüfung erfolgreich abgelegt. Damit wird eine langjährige VLB-Forderung erfüllt, die dazu beiträgt, gerade im ländlichen Bereich die Durchlässigkeit des bayerischen Bildungswesens weiter zu erhöhen. Wir danken Staatsminister Dr. Spaenle für die Entscheidung.

11. Fachtagung der FOS/BOS
Am Samstag, 16.04.2016 findet die 11. Fachtagung der FOS/BOS unter dem Motto „LebensRAUM FOS/BOS“ an der Staatlichen Fach-und Berufsoberschule im oberpfälzischen Regensburg  statt, zu der ich Sie als Landesvorsitzender recht herzlich einlade. Es werden verschiedene Präsentationen, Workshops und Arbeitskreise angeboten. MR Günter Liebl hat dankenswerterweise seine Mitwirkung zugesagt und wird die FOS/BOS-Lehrkräfte über aktuelle Entwicklungen der Schulart informieren.

„Ausbildung? Bringt dich groß raus.“
MD Herbert Püls informierte mit KMS vom 15.12.2015 alle Schulen über eine bayernweite Woche der Aus- und Weiterbildung, die vom 19.–27. Februar 2016 stattfindet. Sie wird von der Allianz für starke Berufsbildung veranstaltet. Dieser Allianz gehören die verantwortlichen Ministerien, sowie Vertreter des Handwerks, der Industrie und des Handels, der Wirtschaft und die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit an. Auch wenn der VLB bedauerlicherweise nicht in die Veranstaltung mit eingebunden ist, so wollen wir doch im Sinne der Sache dafür werben und Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler auf dieses interessante Angebot aufmerksam machen. Nähere Informationen finden Sie unter: www.woche-der-ausbildung.bayern  

Liebe Mitglieder, wir freuen uns auch, wenn Sie in den Kreisen, Bezirken und Fachgruppen aktiv am Verbandsleben teilnehmen, sich dort mit Ihrer Fachkompetenz einbringen und zur Übernahme eines Amtes in Ihrem Kreis- oder Bezirksverband bereit sind. Wir danken Ihnen für Ihr persönliches Engagement und Ihre Treue zum VLB. Besonders begrüße ich auch die zahlreichen  neuen jungen Mitglieder in unserem Verband und hoffe, dass Sie bald erkennen, wie wichtig der VLB als Gemeinschaft von Lehrerinnen und Lehrern an beruflichen öffentlichen und privaten Schulen ist. Alles Gute für Sie!

Ihr
Jürgen Wunderlich
VLB-Landesvorsitzender

Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns endlich Taten sehen!

Sie haben das sicher auch schon aus eigener Erfahrung erlebt: Es gilt ein Problem zu lösen bzw. zumindest die Lösung der Problematik anzugehen und Sie stellen die Not
wendigkeit und Dringlichkeit auch überzeugend dar. Ihren Argumenten wird auch von allen Entscheidungsträgern zugestimmt und beigepflichtet.

Wo ist das Problem?
Jetzt werden Sie fragen: Ja – wo ist denn nun das Problem? Ganz einfach: Es folgen keine entsprechenden „Taten“ in Form von ersten Umsetzungsschritten.

Dies müssen die Vertreter des VLB beim Thema „Personalversorgung“ leider auf verschiedenen Ebenen immer wieder feststellen. Während andere Schularten sich über eine „personelle Premiumausstattung“ und die Standortsicherung  von „Zwergschulen“ zu Recht freuen, fallen wir bei der Zuweisung von Personalressourcen meist „hinten runter“.
Damit muss endlich Schluss sein! Die Lehrkräfte an beruflichen Schulen wollen endlich Taten sehen!

Es ist kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungs-Problem
Selbst die OECD hat es anscheinend nun kapiert: „In Deutschland hat die berufliche Bildung eine starke Tradition und hilft dabei, junge Menschen in Arbeit zu bringen und ihre Karrieren zu fördern“, stellte OECD-Generalsekretär Angel Gurría am 27.05.2015 in Berlin bei der Vorstellung des Berichts über Beschäftigungsaussichten der Generation unter 30 fest.

Die bayerischen Berufsschulen gewährleisten durch die enge Verzahnung von schulischem und betrieblichem Lernen eine breite berufliche Qualifizierung. Dies ist ein Erfolgskriterium für einen gelingenden Übergang von der Schule in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Die geringe Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zu anderen OECD-Staaten und ausgezeichnete berufliche Entwicklungsmöglichkeiten sind das Ergebnis des dualen Berufsausbildungssystems. Deshalb muss den beruflichen Schulen der Stellenwert eingeräumt werden, der ihnen zusteht. Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen garantieren einen starken Wirtschaftsstandort Bayern und eröffnet den bayerischen Jugendlichen berufliche Entfaltungsmöglichkeiten.

Berufsschulen dürfen nicht länger ein „Nebenschauplatz“ sein
Die duale Berufsausbildung ist ein wesentliches Element des deutschen Bildungssystems und hat erheblich dazu beigetragen, dass Deutschland die Finanzkrise der vergangenen Jahre gut überstanden hat. Angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels und des wachsenden Trends zur akademischen Ausbildung dürfen die Berufsschulen in der politischen Schwerpunktsetzung nicht länger ein „Nebenschauplatz“ sein, fordert die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in ihrem Konzept „Berufsschule der Zukunft“.

„Personaljacke“ weist große Löcher auf: Berufsschulen zukunftsfit machen
Mehr denn je komme es darauf an, Berufsschulen zukunftsfit zu machen. Dazu brauchen sie die Möglichkeit, die Schüler mehr als bisher individuell zu fördern. Die Klientel der Berufsschulen wird ohne Zweifel heterogener und auch schwieriger: So steigt nicht nur der Anteil der Schulabgänger mit besonderem Förderbedarf, sondern auch der Migranten unter den Auszubildenden, da diese seltener eine akademische Laufbahn einschlagen. Ganz nebenbei geben die Berufsschulen Tausenden Asylbewerbern und Flüchtlingen eine Perspektive. Mit großem Engagement bereiten sie die rasant wachsende Zahl junger Flüchtlinge auf eine duale Ausbildung und die Integration in den Arbeitsmarkt vor. Deshalb fordert der VLB, dass die personelle Ausstattung deutlich erhöht wird und auch den zusätzlichen Aufgabenstellungen Rechnung trägt.

Die permanente Ausweitung des Aufgabenkatalogs konnten viele Schulen nur noch dadurch bewältigen, dass sie in einigen Berufsfeldern über das freiwillige Arbeitszeitkonto eine größere Zahl von „Überstunden“ aufbauen mussten. Die ungenügende Personalsituation zwingt sie dazu, den Idealismus der Berufsschullehrer auszunützen und sie über die Belastungsgrenze hinaus einzusetzen. Ein weiterer Anstieg des Ausfalls von Pflichtunterricht zum Abbau der Arbeitszeitkonten stellt nach Auffassung des VLB keine akzeptable Lösung dar. Die Schulen und Lehrkräfte erwarten über die beim Berufsbildungskongress in Erlangen angekündigte Dienstvereinbarung akzeptable „Abbaualternativen“.

Der VLB appelliert deshalb eindringlich an Herrn Staatsminister Dr. Spaenle und die politisch Verantwortlichen im bayerischen Landtag:„Handeln Sie und lassen Sie uns endlich Taten sehen“!

Ich wünsche Ihnen allen viel TATkraft.

Positionspapier zur Bildungspolitik 2014

„Mit ‚Demographischer Rendite‘ alte Bildungsbaustellen fertigstellen – neu bestimmte Ziele benötigen zusätzliche Finanzierung!“

Die abl setzt auf eine zukunftsfähige Finanzierung des Bildungssystems in Bayern und formuliert als grundlegende Forderung, dass die „Demographische Rendite“ dafür verwendet wird, seit vielen Jahren nicht erreichte Ziele in der Bildungsfinanzierung zu realisieren.

Als Beispiele seien genannt:

  •  die im Koalitionsvertrag von 2008 vereinbarte Klassenhöchstgrenze von 30, die vor allem an Gymnasien und Realschulen in keiner Weise gewährleistet ist
  • die lange angekündigte Rücknahme der Stundentafel-Kürzungen in der Grund- und Realschule ist weiterhin nicht umgesetzt.
  • das erfolgreiche berufliche Schulwesen wird nicht mit den dafür notwendigen personellen Ressourcen ausgestattet.

Neue Ziele, wie Umsetzung der Inklusion, Ganztagsschul- oder Grundschulgarantie müssen zusätzlich finanziert werden. Bereits jetzt ist absehbar, dass der Einsatz der „Demographischen Rendite“ nicht einmal zur Finanzierung längst beschlossener Vorhaben und der Fertigstellung alter Bildungsbaustellen ausreichen wird.

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VLB fordert: eigene Anrechnungsstunden für Datenschutzbeauftragte

Kultusminister Dr. Spaenle verspricht: "Ich kümmere mich persönlich darum"

An den bayerischen beruflichen Schulen hat das Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst mit der Überschrift "Datenschutzbeauftragte an beruflichen Schulen" erheblichen Wirbel ausgelöst.

"Wir werden täglich auf allen Kommunikationskanälen aus den Schulen mit erbosten Reaktionen konfrontiert", schildert Wolfgang Lambl, stellvertretender Landesvorsitzender und Hauptpersonaltrat die aktuelle Stimmungslage in den beruflichen Schulen. "Die Kolleginnen und Kollegen sind stinksauer".

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VLB Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
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