VLB-Fachtagung Berufliche Bildung in der digitalen Welt

Geschrieben von Martin Ruf

Erste Eindrücke zur VLB-Fachtagung


BSZ Neusäß Blick in die Aula - Vortrag Prof. Dr. Wilbers
Vortrag von Prof. Dr. Karl Wilbers zum Download

Der VLB reagierte mit seiner Fachtagung „Berufliche Bildung in der digitalen Welt“ in Neusäß auf die aktuell anstehenden Herausforderungen, denen sich die beruflichen Schulen im Hinblick auf „Industrie 4.0“ stellen müssen. Das Impulsreferat von Prof. Dr. Karl Wilbers führte zielgerichtet in die Thematik ein.

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Grundschulung Teil I für Personalräte an beruflichen Schulen 16.-17.10.2017

Geschrieben von Super User

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

aufgrund der großen Nachfrage bietet das Bildungs- und Förderwerk des Verbandes der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (BFW-VLB) e.V. für neu gewählte Personalräte und Ersatzvertreter noch eine weitere zweitägige Grundschulung Teil I nach Art. 46 Abs. 5 BayPVG an.

Datum
16.10. bis 17.10.2017 

Teilnehmerkreis
Personalräte aus allen Regierungsbezirken/Schulen

Geplanter Schulungsort
Ebermannstadt

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Teilzeitbeschäftigung für Beamtinnen und Beamte

Geschrieben von Wolfgang Lambl

Antragsteilzeit - Voraussetzungen
Beamtinnen und Beamten mit Dienstbezügen soll auf Antrag die Arbeitszeit bis auf die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit und bis zur jeweils beantragten Dauer ermäßigt werden, soweit dienstliche Belange nicht entgegenstehen.
Diese sogenannte „voraussetzungslose Antragsteilzeit" ermöglicht eine Teilzeitbeschäftigung ohne Vorliegen besonderer sachlicher oder persönlicher Gründe. Antragsteilzeit ist zu versagen, wenn dienstliche Belange einer Reduzierung der Arbeitszeit entgegenstehen.

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„Wer wird Personalratsvorsitzende(r)?“ Die „Konstituierung“ der Personalvertretungen - nach BayPVG gesetzlich geregelt!

Geschrieben von Wolfgang Lambl

Die Amtszeit der neu gewählten Personalräte beginnt einheitlich am 1.8.2016 und endet planmäßig am 31.7.2021. Die Wahl der Vorstandsmitglieder und der/des Vorsitzenden ist gesetzlich zwingend vorgeschrieben. Immer wieder kommt es allerdings bei Kolleginnen und Kollegen zu Irritationen, insbesondere wenn sich bei der Wahl des Vorstandes eventuell eine von den Wahlergebnissen abweichende Besetzung ergibt.

Durch die Regelung im Art. 33 BayPVG (Gesetz vom 24.12.2005, GVBl S. 687/688) kann sich für die konstituierende Sitzung und die Geschäftsführung des Personalrates entsprechende Auswirkungen ergeben:

Hat der Personalrat drei oder mehr Mitglieder, so ist von der stärksten Gruppe – in der Regel die Gruppe der Beamten - ein weiteres Mitglied als stellvertretende(r) Vorsitzende(r) in den Vorstand zu wählen. Es sind ausschließlich die Mitglieder dieser Gruppe wahlberechtigt.

Der Personalrat kann damit zwei stellvertretende Vorsitzende haben.

In der konstituierenden Sitzung ist daher wie folgt vorzugehen:

1.    Die Gruppen der Beamten und der Arbeitnehmer wählen in getrennten Wahlgängen die/den jeweilige Gruppenvorsitzende/n und die/den stellvertretende/n Gruppenvorsitzende/n (das auf sie entfallende Vorstandsmitglied und ein stellvertretendes Vorstandsmitglied - Art. 32 Abs. 1 Satz 4 BayPVG).
Diese Wahl kann offen, z.B. durch Handaufheben erfolgen, wenn die jeweilige Gruppe nicht ein anderes Wahlverfahren beschließt.

2.    Die stärkste Gruppe kann ein weiteres Vorstandsmitglied als stellvertretende(n) Vorsitzende(n) (Art. 33 Satz 1 BayPVG) wählen. Dies kann z.B. auch ein bereits zum stellvertretenden Vorstandsmitglied gewähltes Mitglied sein.
Damit ist der Vorstand gebildet

3.    Der gesamte Personalrat wählt dann aus den Mitgliedern des Vorstands (nur diese sind wählbar – mit Ausnahme der/des bereits gewählten stellv. Vorsitzenden) eine(n) Vorsitzende(n) und die/den stellvertretende/n Vorsitzende/n.
Der Personalrat kann daher bis zu zwei stellvertretende Vorsitzende haben.

Auszug aus dem BayPVG:

Art. 32   Vorstand, Vorsitzender
(1) Der Personalrat bildet aus seiner Mitte den Vorstand. Diesem gehört ein Mitglied jeder im Personalrat vertretenen Gruppe an. Frauen und Männer sollen dabei gleichermaßen berücksichtigt werden. Die Vertreter jeder Gruppe wählen das auf sie entfallende Vorstandsmitglied und ein stellvertretendes Vorstandsmitglied. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.

(2) Der Personalrat wählt mit einfacher Stimmenmehrheit in geheimer Wahl aus den Mitgliedern des Vorstands einen Vorsitzenden und bis zu zwei stellvertretende Vorsitzende. Dabei sind die Gruppen zu berücksichtigen, denen der Vorsitzende nicht angehört, es sei denn, dass die Vertreter dieser Gruppe darauf verzichten.

[…]
Art. 33   Erweiterter Vorstand
Hat der Personalrat drei oder mehr Mitglieder, ist von den Vertretern der stärksten Gruppe im Personalrat ein weiteres Mitglied als stellvertretender Vorsitzender in den Vorstand wählen; bei gleicher Stärke der Gruppen entscheidet das Los.   […]

Wichtiger als all die gesetzlichen und juristischen Vorschriften ist jedoch, dass die gewählten Personalräte die Anliegen und Interessen der Beschäftigten mit Engagement und Kompetenz vertreten. Bei dieser wertvollen Aufgabe können Sie auch auf die Beratung und Unterstützung der zuständigen Stufenvertretungen „bauen“.

Europa-Urkunde für die Berufliche Oberschule Hof: Europa gemeinsam erleben und leben

Geschrieben von Melanie Fuchs/Hans Dietrich

„Voneinander lernen, einander verstehen, Zusammenarbeit und Freundschaft über Grenzen hinweg – genau das macht Europa aus.“

Dieser von Europaministerin Dr. Beate Merk geäußerte Kerngedanke liegt in ganz besonderem Maße auch der Kooperation der Beruflichen Oberschule in Hof mit den italienischen Partnerschulen, dem Liceo Linguistico di Orbetello und dem ITE di Albinia in der Toskana zugrunde.
Nachdem im Jahr 2011 eine an der Schule tätige Fremdsprachenassistentin den Kontakt zwischen den Schulen hergestellt hatte, zeigte ein vorbereitender Besuch der deutschen Lehrer in Orbetello bei den italienischen Kollegen rasch, dass zahlreiche gemeinsame Interessen zur Förderung einer Zusammenarbeit beider Länder im Rahmen des von der Europäischen Union ge-
förderten Comenius-Projekts verwirklicht werden könnten. Materialien zur Familie in Italien und Deutschland sollten so aufbereitet werden, dass die Schüler in beiden europäischen Ländern möglichst viel in anschaulicher Form über diese Keimzelle der Gesellschaft erfahren.

Europa geht alle an
Mit ihrem Satz „Europa geht uns alle an.“ machte die Staatsministerinin ihrer Rede sehr deutlich, dass es Aufgabe aller europäischen Bürger ist, Kontakte zu anderen Ländern zu suchen, um kulturelle Eigenheiten und gesellschaftliche Strukturen des jeweiligen Partners zu erkunden und dabei auch gängige Klischees und Stereotypen zu entlarven. Charakteristische Besonderheiten sollten als prägend erfahren werden und eine Form von Akzeptanz und Wertschätzung gegenüber abweichenden Denk- und Lebensformen sollte entwickelt und als gleichberechtigt verstanden werden.

Familien im Wandel
Während die italienischen Schule die italienische Familie im Wandel der Zeit in Form eines Theaterstückes mit dem Titel „La famiglia Rossi“ dokumentierte, zeigte die Berufliche Oberschule Hof durch eine Lernbroschüre mit dem Titel „Lafamiglia – die Familie“ die Besonderheiten und auch Eigenheiten der deutschen Familie. Kreativaufgaben, beispielsweise die Formulierung von Statements zur Familie oder eine Präsentation zur eigenen Familie, motivieren die Schüler, über die Bedeutung dieser Institution nachzudenken und nach Parallelen und Unterschieden in der kulturellen Gegenüberstellung zu suchen. Sachtexte aus Presseartikeln überregionaler Zeitungen und Zeitschriftenweisen auf aktuelle Probleme der Familie in Deutschland hin, so beispielsweise auf die Schwierigkeiten beim Ausbau von KITAs, und literarische Texte von Heinrich Hoffmanns Geschichten über Heinrich Bölls „Haus ohne Hüter“ bis hin zu Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ zeigen die Familie und ihre Entwicklung im Spiegel fiktionaler Wahrnehmung. Daneben geben deutsche Lieder (so etwa von Reinhard Mey und den Wise Guys), Filme (beispielsweise Loriots „Weihnachten bei Hoppenstedts“ oder Clips aus der „Sendung mit der Maus“) und diverse kulturelle Elemente (Kinderreime, Witze, Kochrezepte, Spiele) Einblicke in das Bild der deutschen Familie. Auch Aufgaben zu Grammatik und Wortschatz sowie Lese- und Hörverstehen, wie sie auch im Deutschunterricht an der italienischen Schule eingeübt und abgeprüft werden, sind Bestandteil der Lernbroschüre, die damit die Schulung kognitiver Fähigkeiten und gleichzeitig eine emotionale Auseinandersetzung mit den Inhalten anregt.

Grenzübergreifende Freundschaften
Beide Produkte, das italienische Theaterstück und die deutsche Lernbroschüre, die nicht nur im Unterricht der jeweiligen Länder erarbeitet wurden, sondern auch bei den gegenseitigen Besuchen überprüft und vorangetrieben wurden, zeigen, dass es sich nicht um realitätsferne Konstrukte handelt, sondern um Ergebnisse bewusster und reflektierter Arbeit. Italienische und deutsche Schüler durften während der Austauschmaßnahme nicht nur Einblicke in Land und Kultur des Partners gewinnen, sondern konnten durch die Aufnahme in den Familien einen weiteren praktischen Bezug zur anzufertigenden Arbeit herstellen. Durch die Unterbringung in Gastfamilien lernten die Schüler das Leben in einer deutschen bzw. italienischen Familie unmittelbar kennen und schätzen. Im Videobeitrag der Beruflichen Oberschule Hof äußert der Schüler Oliver Helbig: „Ich bin Teil meiner italienischen Gastfamilie geworden. Meine italienische Mutter nennt mich auch heute, nunmehr zwei Jahre nach dem offiziellen Austausch, noch ,figliomio´ und ich sie natürlich ,mamma´. Diese Aussage macht deutlich, dass Beobachtungen und Vergleiche nicht auf der kognitiven Ebene blieben, sondern eine echte und dauerhafte Freundschaft über Grenzen hinweg entstanden ist.

Praktikanten willkommen
Besonders deutlich wird diese enge Verbundenheit dadurch, dass nach dem Abschluss des Comenius-Projekts im Jahre 2014 sofort neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit erkundet wurden. Im Rahmen von „Erasmus Plus“ konnten 10 deutsche Schüler im Februar 2015 der Kultur Italiens näherkommen und in italienischen Betrieben in Orbetello und Umgebung Berufserfahrung im Rahmen eines zweiwöchigen Praktikums sammeln. Zahlreiche italienische Firmen, wie beispielsweise Fischkooperativen, Schiffswerften und Fährbetriebe, hatten Interesse an einem deutschen Praktikanten bekundet. Im Nachgang äußerten sich sowohl Ausbilder als auch betreuende italienische Lehrkräfte so zufrieden mit den deutschen Schülern, dass sie die Bereitschaft äußerten, auch für den künftigen Praktikumsbesuch im März 2016 Stellen anzubieten. Dieses Engagement der Italiener ist insbesondere auch deshalb so beachtlich, da ihr eigener Antrag auf die Unterstützung von europäischen Mitteln von ihrer nationalen Agentur abgelehnt worden war und sie nun so viel leisten, ohne zunächst selbst einen Vorteil aus der Kooperation zu ziehen.

Sowohl italienische als auch deutsche Lehrkräfte und Schüler haben immens von der bisherigen Zusammenarbeit profitiert. Beide Seiten hoffen deshalb auf eine Fortsetzung dieser EU-geförderten Kooperation und freuen sich auf neue interessante und gewinnbringende Projekte.

VLB Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
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